Umleitung

80 Wochen Stau - Karl-Marx-Straße wird umgebaut

Die Neuköllner Verkehrsader ist in Richtung Süden für die kommenden 80 Wochen gesperrt, die Arbeiten dauern bis Anfang 2016. Die Morgenpost zeigt, wie Sie die Staustelle umfahren.

Foto: Amin Akhtar

Staus auf der Karl-Marx-Straße werden für die kommenden 80 Wochen Normalität in Neukölln sein, ebenso die Fahrzeugschlangen auf der Umleitungsstrecke. Die viel genutzte Verkehrsader wird abschnittsweise umgebaut zugunsten von Radfahrern und Fußgängern.

Das ist mit erheblichen Einschränkungen für Autofahrer verbunden. Bis voraussichtlich Anfang 2016 ist die Strecke zwischen Werbellinstraße und Schierker Straße nur als Einbahnstraße in Richtung Norden befahrbar. Richtung Süden bleibt die Straße auf diesem Abschnitt gesperrt.

„Wir haben mit Bedacht den Beginn der Baumaßnahme in die großen Ferien gelegt“, sagte Neuköllns Baustadtrat Thomas Blesing (SPD) am Donnerstag. „In dieser Zeit haben wir erheblich weniger Verkehr.“ Seit 5. August gelten die neuen Verkehrseinschränkungen auf der Karl-Marx-Straße. „Es kommt derzeit nur zu geringen Verzögerungen“, so der Eindruck des Stadtrates. „Doch das kann daran liegen, dass die eigentlichen Bauarbeiten noch gar nicht begonnen haben. Jetzt werden erst die Baustellen eingerichtet.“

„Es wird schlimmer, als es jetzt ist“

Noch seien keine Bagger im Einsatz. „Es wird schlimmer, als es jetzt ist.“ Zusätzliche Behinderungen seien zu erwarten, etwa wenn Lkws mit Erde beladen werden. Auf der Hermannstraße, die als Umleitung für die gesperrte Karl-Marx-Straße empfohlen wird, gebe es jetzt erheblich mehr Verkehr, in Abhängigkeit von der Tageszeit, so Blesing. „Katastrophale Zustände“ seien jedoch nicht eingetreten.

Ein Ausweichen über die Sonnenallee empfehle er nicht, sagte der Stadtrat, „denn die ist immer staubehaftet, weil so viele Fahrer in der zweiten Spur parken“. Das Amt werde beobachten, wie sich der Schleichverkehr im Umfeld der Baustelle entwickelt.

Wenn es zu Belästigungen der Anwohner in den Nebenstraßen kommt, „dann müssen wir eingreifen und nachjustieren“.

Umbau bis Anfang 2016

Bis Anfang 2016 wird der Straßenumbau zwischen Jonasstraße und Uthmannstraße erfolgen. Eine breite einspurige Fahrbahn mit Radstreifen am Rand ist vorgesehen. Dadurch fallen Autostellplätze weg. Die Gehwege werden breiter. Passanten sollen mehr Platz zum Flanieren haben. Bäume werden gepflanzt, kleine Plätze angelegt.

Bevor die eigentlichen Straßenarbeiten beginnen, saniert die BVG den U-Bahn-Tunnel der U7. Nicht nur Kraftfahrer, sondern auch die Neuköllner Anwohner und Geschäftsleute müssen sich auf die Bauarbeiten einstellen. „Es wird eng“, sagte die Mitarbeiterin eines Wäschegeschäfts an der Karl-Marx-Straße Ecke Werbellinstraße, wo die Sperrung beginnt. Man müsse abwarten, ob wegen der Bauarbeiten weniger Kunden kommen.

Begonnen hatte die Umgestaltung auf der südlichen Karl-Marx-Straße, zwischen Lahnstraße und Jonasstraße. Sie dauerte zwei Jahre und war im Oktober 2012 abgeschlossen. 2016 und 2017 soll der Bereich zwischen Uthmannstraße und Briesestraße umgebaut werden, 2018 bis 2020 der Abschnitt bis zur Weichselstraße. Die Kosten für den Straßenumbau sind insgesamt mit rund 8,5 Millionen Euro veranschlagt.