Prozess in Berlin

Kollegen ein Auge ausgestochen - Angeklagter bestreitet Tat

Die Kollegen wollten das Wochenende mit einem Feierabendbier in Prenzlauer Berg einleiten. Am Ende kam es zu einem blutigen Streit, in dem ein Monteur ein Auge verlor. Nun prüfen die Richter den Fall.

Ein Betriebsschlosser soll einem Arbeitskollegen im Streit ein Auge ausgestochen haben. Sechs Monate nach dem Vorfall hat der 33-Jährige vor dem Landgericht Berlin indes einen Angriff auf den 51-jährigen Monteur bestritten. Er habe sich nur verteidigt, erklärte der Angeklagte am Dienstag zu Prozessbeginn.

„Mein Kollege versetzte mir Schläge ins Gesicht, dann entwickelte sich eine Schlägerei.“ Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass der Betriebsschlosser den Monteur grundlos schlug, trat und durch Stiche schwer verletzte.

Die Männer hatten sich am 21. Februar zu einem Feierabendbier getroffen. Nach einem Lokalbesuch waren sie zur Wohnung des Angeklagten im Stadtteil Prenzlauer Berg gefahren.

Der Monteur sagte als Zeuge, der Angeklagte habe ihn am späten Abend unvermittelt angegriffen. „Wie wild schlug er auf mich ein, dann hat er mir das linke Auge ausgestochen und mir das Ohr abgeschnitten“, schilderte 51-Jährige. Bis heute sei er nicht arbeitsfähig.

Mit Bratpfanne geprügelt

Der Betriebsschlosser soll laut Anklage unter anderem mit einer Bratpfanne auf den Kontrahenten eingeprügelt und ihn dann durch Stiche mit einem spitzen Gegenstand massiv misshandelt haben.

Der Monteur sagte, er könne sich nicht erklären, warum es zum Angriff kam. Ermittlungen zufolge vermutete der Betriebsschlosser, dass ihn der Kollege beim Chef angeschwärzt hatte. Der Prozess wegen schwerer Körperverletzung wird am 7. August fortgesetzt.