Berlin-Marzahn

Schwerer sexueller Missbrauch - Vater verhaftet

Ein Mann aus Berlin soll jahrelang seine kleine Tochter missbraucht, Bilder und Filme der Taten ins Internet gestellt haben. Nun wurde der 36-Jährige unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Am Mittwoch haben Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) Wiesbaden und des Landeskriminalamtes (LKA) Berlin einen mutmaßlichen Kinderschänder in Berlin verhaftet. Wie der Oberstaatsanwalt Alexander Bade von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main auf Anfrage bestätigte, haben die Einsatzkräfte den 36-jährigen Mann am Mittwochabend in seiner Wohnung in Marzahn-Hellersdorf festgenommen.

Der Mann soll jahrelang seine kleine Tochter missbraucht haben. Den Missbrauch habe der Mann fotografiert und auch gefilmt. Bilder und Filme der Taten habe er ins Internet gestellt, heißt es. Der erlassene Haftbefehl wegen schweren sexuellen Missbrauchs und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften wurde am Mittwoch vollstreckt.

US-Behörden halfen

Die Ermittler kamen mit der Hilfe von US-Behörden auf die Spur des Mannes. Nach Angaben des Oberstaatsanwaltes Bade wurde in den Vereinigten Staaten ein US-Amerikaner wegen der Verbreitung kinderpornografischer Schriften verhaftet. Er soll bei den anschließenden Vernehmungen umfangreich ausgesagt haben.

"Der Mann hatte seine Kontakte und auch die weltweiten Tauschpartner genannt", sagte Bade. "Er hatte auch zahlreiche E-Mail-Adressen offen gelegt." Darunter sei auch der Berliner gewesen. Die US-Behörden hätten dann die deutschen Ermittlungsbehörden darüber informiert.

Erste Anlaufstelle war in diesem Fall die Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität in Gießen. Diese Ermittlungsbehörde gehört zur Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/ Main. Da der aus den USA gemeldete Verdachtsfall zu diesem Zeitpunkt noch keiner Örtlichkeit zuzuordnen war, ist die Dienststelle in Frankfurt zuständig. Als dann feststand, dass der Verdächtige in Berlin lebt, wurde das LKA eingeschaltet.

Als sie dem Mann in Marzahn-Hellersdorf auf die Spur gekommen waren, durfte keine Zeit mehr verloren werden, da "Fälle von realem Missbrauch" vorlagen, so der Oberstaatsanwalt. "Um jede zeitliche Verzögerung zu vermeiden, sind die Ermittler sofort nach Berlin gereist", sagte Bade. "Gemeinsam mit den Kollegen des LKA Berlin haben sie am Mittwoch den Mann festgenommen."

Der verdächtige Kinderschänder sitzt in Berlin in Untersuchungshaft. Vermutlich in ein bis zwei Wochen werden alle Ermittlungsakten der Berliner Staatsanwaltschaft übergeben. "Der Mann lebt in Berlin und hier wurden die Taten vollbracht", erklärt Bade. Der Fall gehe jetzt nach Berlin über.