Traditionslokal

Neue Terrassen am Wannsee öffnen deutlich später

Ausflügler sollten schon längst wieder die herrliche Aussicht auf Wannsee und Havel genießen können. Doch die Eröffnung der neuen Wannsee-Terrassen verzögert sich. Dabei soll das Gebäude fertig sein.

Foto: Investor High Gain House Investm / Investor High Gain House Investments Gmbh

Mit einer Eröffnung der neuen Wannsee-Terrassen können die Berliner vorerst nicht rechnen. Der Neubau des 2001 abgebrannten Ausflugslokals über der Havel ist noch immer eingezäunt. Das Gelände am Wannseebadweg 35 ist eine Baustelle.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost wird das Lokal voraussichtlich erst 2015 Speisen und Getränke servieren. Bauherr Harald G. Huth hatte beim Richtfest im Oktober 2013 die Wiedereröffnung des Traditionshauses für spätestens Frühjahr 2014 angekündigt. Er wolle den Berlinern „etwas Schönes“ zurückgeben, auf das sie „stolz sein können“.

Mit seiner Projektentwicklungsfirma High Gain House Investments GmbH (HGHI) hat Huth Einkaufscenter wie „Das Schloss“ in Steglitz gebaut. Sein aktuelles Projekt ist die rund eine Milliarde Euro teure „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz in Mitte, deren Eröffnung allerdings auch verschoben wurde – schon zum zweiten Mal.

Immobilie wurde bereits an den Pächter übergeben

In die neuen Wannsee-Terrassen wollte Huth rund drei Millionen Euro investieren. Plätze für 850 Gäste sollen in dem Neubau im englischen Landhausstil entstehen, davon 500 auf der Terrasse mit Blick über den Wannsee. Eine Mitarbeiterin der HGHI bestätigte am Montag, die Immobilie sei kürzlich einem Pächter übergeben worden. Dieser müsse nun aber noch Ausbauarbeiten leisten. Investor Huth möchte sich zu den Verzögerungen nicht äußern. „Wir haben das Gebäude fertiggestellt. Mehr ist aus unserer Sicht dazu nicht zu sagen.“ Auch über den Namen des Pächters sei Stillschweigen vereinbart worden.

Die Wannsee-Terrassen wurden 1937 eröffnet. Zehn Jahre später brannte das reetgedeckte Haus ab und wurde wieder aufgebaut. Weihnachten 2001 zerstörte ein Feuer das Gebäude bis auf die Grundmauern. Eine defekte Dunstabzugshaube hatte den Brand ausgelöst. Das Areal ging an den Liegenschaftsfonds, der es 2006 an Harald G. Huth verkaufte.

Fünf Jahre dauerte es bis zur Baugenehmigung. Mit dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hatte es lange Auseinandersetzungen über die Größe des Neubaus und über Parkplätze für die Ausflugsgaststätte gegeben, die im Wasserschutzgebiet liegt. Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) ist über die verschobene Eröffnung enttäuscht. „Ich finde das schade. Viele Berliner haben sich bestimmt darauf gefreut, auf der wunderschönen Terrasse wieder einen Kaffee trinken zu können“, sagte er. Die Verzögerung habe sich für den Bezirk nicht abgezeichnet.