Festnahme

Berliner soll Mann in der Uckermark getötet haben

Ein Dorf in der Uckermark steht unter Schock. Ein junger Mann aus Berlin soll seinen Ex-Stiefvater in dessen Haus ermordet haben. Der Staatsanwalt vermutet Beschaffungskriminalität als Motiv.

Foto: Rainer Marten / dpa

Der gewaltsame Tod eines Mannes in der Ortschaft Trebenow im Norden Brandenburgs scheint aufgeklärt. „Wir haben einen 25 Jahre alten Hauptverdächtigen am Wochenende in Berlin festgenommen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Neuruppin, Oberstaatsanwalt Frank Winter auf Anfrage. „Gegen den Mann aus Berlin wurde am Wochenende Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes erlassen.“

Wie berichtet, wurde ein 62 Jahre alter Mann in der vergangenen Woche, vermutlich in der Nacht zu Dienstag, in seinem Wohnhaus in der Uckermark getötet. Nachbarn entdeckten die Leiche des Mannes am Mittwoch. Nach Angaben der Polizei und der Staatsanwaltschaft Neuruppin deuteten die Verletzungen auf eine „massive Gewalteinwirkung“ hin. Einen Tag nach der Tat fehlte von dem oder den Tätern noch jede Spur. Den Ermittlern fiel aber auf, dass das Auto des Getöteten nicht mehr an seinem üblichen Platz in der Garage stand.

Das Opfer lebte in dem Ortsteil Trebenow allein in dem Haus. Das teilte die Behörde in Neuruppin kurze Zeit später mit. Der Nachbar, der die Leiche fand, hatte einen Schlüssel zu dem Haus. Nachbarn hätten sich Sorgen gemacht, als sie den Mann nicht mehr gesehen hatten. Daraufhin sei der Nachbar in das Haus des Toten gegangen.

Verdächtiger hat Drogenprobleme

Nach Angaben Winters sei der Festgenommene bereits wegen mehrerer Raubstraftaten vorbestraft. Das Verbrechen stehe vermutlich mit den Drogenproblemen des Verdächtigen in Zusammenhang. „Der Mann ist wegen seiner Drogenabhängigkeit einschlägig bekannt“, sagte Winter. „Bei ihm handelt es sich um den Sohn der früheren Lebensgefährtin des Ermordeten.“ Zu den näheren Umständen der Tat machte der Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft keine Angaben.

Im Rahmen der Mordermittlungen wurde auch ein zweiter Verdächtiger vorläufig festgenommen. Er stand unter dem Verdacht, an dem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein und dem mutmaßlichen Mörder geholfen zu haben. „Der Haftrichter hat keinen Haftbefehl erlassen, da er keinen dringender Tatverdacht an der Beteiligung des Tötungsdeliktes angenommen hat“, sagte Winter. „Der Verdächtige wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.“