Sicherheit

Immer mehr Berliner nutzen die Internetwache

Die Bürger Berlins wählen seltener die Bürgerservice-Rufnummer der Polizei und nutzen dafür häufiger die sogenannte Internetwache. Online kann man sogar Anzeige erstatten.

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Berliner nutzen die Bürgerservicenummer der Berliner Polizei immer seltener. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Robbin Juhnke hervor. Laut Bernd Krömer, Staatssekretär in der Senatsinnenverwaltung, sank die Zahl der Anrufer von 55.175 im Jahr 2010 auf 47.782 im Jahr 2013. Laut Krömer plant die Polizei, erneut Streifenwagen mit Aufklebern zu versehen, die auf die Bürgerservice-Rufnummer hinweisen. Das Bürgertelefon gibt es seit Juli 2004. Bürger können sich unter der Telefonnummer 46 64 46 64 zu jeder Tages- und Nachtzeit Rat und Hilfe zu polizeilichen Fragen holen und werden je nach Anliegen an zuständige Dienststellen oder Behörden weitergeleitet.

Während die Nutzerzahlen bei diesem Serviceangebot der Polizei zurückgehen, steigt die Zahl der Nutzer der sogenannten Internetwache. Waren es bei der Inbetriebnahme der Webseite im Jahr 2005 noch 9570 Meldungen, waren es 2010 schon 46.493 Menschen, die das Angebot in Anspruch nahmen, und 2013 bereits 91.694. Nach Angaben der Berliner Polizei nimmt die Anzahl der Meldungen in jedem Jahr zweistellig zu.

Unter der Adresse www.internetwache-polizei-berlin.de können Bürger online Strafanzeige erstatten, Versammlungen anmelden oder Beschwerden übermitteln. Laut Berliner Polizei gehen auf der Plattform täglich etwa 250 Meldungen ein. 85 Prozent davon sind Strafanzeigen, zehn Prozent sind Hinweise. Versammlungsanmeldungen, Beschwerden und Dankschreiben machen zusammen nur etwa 3,5 Prozent der Meldungen aus.

Keine generelle Verlagerung

Die Polizei geht davon aus, dass durch die Möglichkeit, online Anzeige zu erstatten, möglicherweise mehr Sachverhalte angezeigt werden. Wie sich die Zahlen des Anzeigenverhaltens ohne das Internetangebot entwickelt hätten, darüber kann die Polizei keine Auskunft geben. Man könne auch nicht von einer generellen Verlagerung auf das Internet sprechen. Bestenfalls von einer steigenden Tendenz auf bisher niedrigem Niveau.

Für die Polizei stellt die Einführung der digitalen Wache nach eigenen Angaben eine Erleichterung dar. Sie schone Personal, ermögliche eine staufreie Bearbeitung, und die Beamten hätten sofort schriftliche Unterlagen zur Verfügung.

Neben dem Bürgertelefon und der Internetwache bietet die Polizei weiteren Service für die Bürger an. Aus der Anfrage geht hervor, dass sie über Facebook und Twitter aktuelle Informationen veröffentlicht. Außerdem werden über einen Twitter-Account Informationen über größere Einsätze veröffentlicht.