Bauarbeiten U5

Drei Monate Halbzeitpause für Tunnelbohrer „Bärlinde“

Die erste Röhre für den Lückenschluss der U-Bahnlinie 5 ist fertig, auch weil „Bärlinde“ einen Zahn zulegte. Jetzt muss der Bohrer zerlegt werden – und ein neues Schneidrad bekommen.

Foto: Massimo Rodari

Nach 1,6 Kilometern ist „Bärlinde“ angekommen: Der Tunnelbohrer hat den Bau der ersten Röhre für den Lückenschluss der U-Bahnlinie 5 gemeistert. Jetzt fehlen nur noch 1,5 Meter bis zum künftigen U-Bahnhof Brandenburger Tor – der Durchbruch erfolgt per Handarbeit. „Wir sind stolz, dass der Tunnelvortrieb gerade in der dicht bebauten Mitte Berins so gut verlaufen ist“, sagt Jörg Seegers, Geschäftsführer Technik der U5-Projektgesellschaft.

Als nächstes wird „Bärlinde“ nun zerlegt und durch den Tunnel zurück zum Startpunkt am Roten Rathaus transportiert. Dort erhält sie ein neues Schneidrad, das alte hat seinen Dienst getan. In gut drei Monaten sollen dann die Bohrungen für den zweiten Tunnel beginnen, dessen Fertigstellung ist im Frühjahr 2015 vorgesehen.

Fünf Wochen aufgeholt

In Spitzenzeiten grub sich Bärlinden in den letzten Monaten mit bis zu 20 Meter am Tag durch das Erdreich – vertraglich festgelegt sind nur acht. So konnten zumindest fünf Wochen verlorene Zeit aufgeholt werden. Ende letzten Jahres waren die Arbeiten wegen unerwartet großer Menge Grundwasser in der Baugrube des U-Bahnhofs Museumsinsel ins Stocken geraten. „Wir suchen täglich nach Möglichkeiten, weiter Zeit aufzuholen“, sagt Seegers. Seine Arbeiter hätten sich ordentlich ins Zeug gelegt.

Der U5-Lückenschluss ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Stadt. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verlängern die U5 vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor und verbinden sie dort mit der U55 bis zum Hauptbahnhof. Im Rahmen des mindestens 525 Millionen Euro teuren Projekts entstehen neue U-Bahnhöfe am Roten Rathaus, der Museumsinsel und Unter den Linden.