Oberschöneweide

Experten entschärfen erfolgreich russische Fliegerbombe

In Berlin-Oberschöneweide konnte ein 100-Kilo-Sprengkörper unschädlich gemacht werden. Er war bei Bauarbeiten an der Plönzeile gefunden worden. 5000 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen.

Die Entschärfung einer russischen 100-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Oberschöneweide ist am Freitagmittag erfolgreich verlaufen.

Polizeifeuerwerker Thomas Grabow konnte kurz nach 12.30 Uhr Entwarnung geben. Mit seinen Experten hatte der 42-Jährige den mechanischen Zünder kontrolliert gesprengt. Gegen 13 Uhr wurden die umfangreichen polizeilichen Absperrmaßnahmen beendet.

Weil der Zünder des am Vortag entdeckten Blindgängers abgebrochen war, musste er zuvor mit einem Spezialgerät fünf bis sechs Zentimeter unterhalb der Spitze herausgeschnitten werden. Das Gerät sprühte ein Wasser-Sand-Gemisch mit einem Druck von 2400 Bar auf den anvisierten Punkt.

Mehr als 5000 Anwohner hatten den Sperrkreis, der von der Wilhelminenhofstraße, Firlstraße, An der Wuhlheide, Weiskopffstraße und Ostendstraße reichte, am frühen Morgen verlassen müssen. Von 7 Uhr an waren Polizeibeamte von Tür zu Tür gegangen und hatten die Bewohner aufgefordert, den Sperrkreis mit einem Radius von 350 Metern rings um den Fundort an der Plönzeile zu verlassen.

Einige Anwohner berichteten, sie seien von der Evakuierung überrascht worden. Als Behelfsunterkunft war an der Zeppelinstraße 82 die Schulaula eingerichtet worden. Helfer des Deutschen Roten Kreuzes unterstützten ältere und kranke Menschen. Etwa 50 Personen waren am Vormittag von den DRK-Helfern in nahe Krankenhäuser und andere Einrichtungen gebracht worden.

Den 100-Kilo-Blindgänger hatten Bauarbeiter am Donnerstag bei Erdarbeiten in der Plönzeile entdeckt. Die Bombe war über Nacht bewacht worden.

Foto: Steffen Pletl