In einem Waldstück am Döberitzer Weg in Spandau ist am Dienstag Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Ein Spaziergänger habe am Nachmittag mehrere Unbekannte beobachtet, die im Waldboden buddelten, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Als der Spaziergänger die Männer ansprach, hätten sie sich davon gemacht.
Wo die Unbekannten gegraben hatten, fanden sich Panzergranaten, eine Panzerfaust und etwa 20 Kilo Gewehrmunition. Der Spaziergänger habe sofort die Polizei verständigt, hieß es. Da weitere Munitionsfunde vermutet werden, wurde das Gelände vorsorglich abgesperrt. Es werde dort weiter gesucht.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 hatte es in Spandau heftige Kämpfe zwischen deutschen und sowjetischen Truppen gegeben. Immer wieder suchen illegale Sammler mit Metalldetektoren nach diesen Überresten des Krieges.
In Brandenburg liegen deutschlandweit die meisten Blindgänger
Immer wieder werden auch Bomben bei Bauarbeiten in Berlin und Brandenburg gefunden, zuletzt wurde im Januar ein 250 Kilo schweres Exemplar in Adlershof entschärft.
Brandenburg gilt als das am stärksten mit Blindgängern versuchte Bundesland Deutschlands. Auch fast 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verschlingt die Räumung von Kampfmitteln hier weiter große Summen.
Die Beseitigung von Bomben, Granaten und anderer Kriegsmunition kostete im vergangenen Jahr nach einer vorläufigen Einschätzung etwa 12,5 Millionen Euro. Allein vier Millionen Euro entfielen auf die Stadt Oranienburg, wo noch besonders viele Blindgänger im Boden liegen. 2012 hatte das Land für die Kampfmittelräumung in Brandenburg insgesamt 12,1 Millionen Euro ausgegeben. Nicht enthalten sind dabei die Kosten, die die Kommunen tragen müssen – etwa für Evakuierungen und Absperrmaßnahmen bei einer Bombenentschärfung.
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