Kommentar

Die kleine Revolution an der Kreuzberger Gerhart-Hauptmann-Schule

Andreas Abel

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Monatelang beschäftigten die Flüchtlinge in der Kreuzberger Gerhart-Hauptmann-Schule ganz Berlin. Dass der Senat trotz drohender Konfrontationen jetzt handeln will, ist ungewöhnlich und mutig.

Vor eineinhalb Jahren haben Flüchtlinge die leer stehende Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg besetzt und damit Berlin eines seiner größten sozialen und politischen Probleme beschert. Nun steht es offenbar unmittelbar vor der Lösung.

Dies wurde nur möglich, weil sowohl Senat als auch Bezirksamt über ihren Schatten springen. Der Senat ist, anders als noch vor wenigen Wochen, bereit, Flüchtlingen ein Angebot zu machen, die nicht unter die von Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) ausgehandelte Einigung zum Oranienplatz fallen. Das kostet auch Geld.

Der Bezirk ist ebenfalls bestrebt, die Schule frei zu bekommen. Natürlich hoffen alle, dass dies ohne Konfrontationen geschieht, dass die Polizei nicht eingreifen muss. Und doch ist den Verantwortlichen im Bezirk klar, dass einige voraussichtlich nicht freiwillig aus der Schule ausziehen wollen und dass Linksextremisten versuchen könnten, die Räumung zu verhindern. Dass sie trotzdem handeln, kommt einer kleinen Revolution gleich.