Bildung

Berlins Schuldirektoren sollen mehr Geld bekommen

An Berlins Schulen gibt es nicht nur im Unterricht Lehrermangel - auch Schulleiter sind knapp. 126 Leitungsstellen sind unbesetzt. Die CDU will diesem Problem nun mit einem Gehaltsplus begegnen.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlins Schulleiter sollen künftig deutlich besser bezahlt werden und Verwaltungsleiter an die Seite bekommen. Außerdem soll veröffentlicht werden, an welcher Schule Leitungsstellen nicht besetzt sind. Das hat die CDU-Fraktion auf ihrer Klausurtagung am Freitag beschlossen. Die Partei will sich zudem dafür einsetzen, dass die hohe Zahl der nicht besetzten Funktionsstellen an Schulen reduziert wird und die Sekretariate und Hausmeisterstellen an jeder Schule besetzt werden. Mit diesem Beschluss will die CDU ihren Koalitionspartner SPD zum Handeln zwingen.

CDU-Fraktionschef Florian Graf sagte, dass die aktuelle Situation mit 126 unbesetzten Schulleiter- oder Schulleiterstellvertreterstellen, davon 30 an Grundschulen, fatal sei. „Das muss dringend geändert werden.“ Engagierte Schulleiter hätten eine weit über das normale Maß hinausgehende Arbeitsbelastung. Es bestehe Konsens darüber, dass die Qualität einer Schule maßgeblich von den menschlichen, fachlichen und pädagogischen Qualitäten des Schulleiters und seines Stellvertreters abhänge.

Nicht zuletzt deshalb müssten Eltern und Schüler darüber informiert werden, wo Schulleitungsstellen nicht besetzt sind. Die Schüler würden schließlich am meisten darunter leiden. An Berliner Schulen fehlen derzeit 126 Schulleiter oder stellvertretende Leiter und rund 700 Fachleiter. Das sind so viele unbesetzte Funktionsstellen wie noch nie in den vergangenen sechs Jahren. Etwa jede siebte Schule hat demnach keine vollständige Schulleitung. Allein an den Sekundarschulen fehlen 312 Fachleiter. An den Gymnasien sind 284 dieser Stellen nicht besetzt.

Noch mehr freie Stellen wegen Pensionierungen

Besonders schwierig ist die Situation in den Bezirken Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau. Die Zahlen gehen aus der Antwort der Bildungsverwaltung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Stefanie Remlinger hervor. Laut Bildungsverwaltung werden am Ende dieses Schuljahres aufgrund von Pensionierungen zudem weitere 86 Funktionsstellen frei.

Im Laufe des Schuljahres 2014/15 werden noch einmal 134 weitere freie Stellen entstehen, wie die Verwaltung berechnet hat. Für die Schulqualität ist es vor allem dann gefährlich, wenn die Schulleitung über einen längeren Zeitraum nicht besetzt ist. Das haben die Brandbriefe der Rütli-Schule oder auch der Heinrich-Mann-Schule in Neukölln gezeigt. In beiden Fällen haben sich die Kollegien an die Schulaufsicht gewandt und das Klima an der Schule als gewaltbereit, respektlos und frustriert beschrieben.