Haftstrafe

Berliner erdrosselt Partnerin versehentlich beim Sex

Es war wohl ein tragisches Unglück: Ein 30-Jähriger hat seine Freundin bei einvernehmlichem Sex mit einer Kordel erdrosselt - unabsichtlich, wie die Richter befanden. Ihre Strafe war dennoch hart.

Er erdrosselte seine Bekannte beim Sex. Dafür muss ein 30-jähriger Mann für vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Das Berliner Landgericht sprach ihn am Freitag der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig. „Er hat der Frau bei einvernehmlichem Sex eine Kordel um den Hals gelegt und derart heftig zugezogen, dass sie starb“, sagte der Vorsitzende Richter. Der Mann habe nicht töten wollen, trotz seiner Alkoholisierung aber die Gefahr erkannt. Die Anklage hatte drei Jahre und sieben Monate Haft verlangt, der Verteidiger eine Bewährungsstrafe.

Der Angeklagte und die 34 Jahre alte Frau kannten sich seit drei Jahren, waren aber kein festes Paar. In der Nacht zum 1. Oktober 2013 hätten sie in der Wohnung der Frau in Berlin-Spandau zunächst Alkohol konsumiert, hieß es im Urteil.

Die Richter gingen davon aus, dass sich die Frau die Kordel um den Hals legen ließ und mit einem „leichten Drosseln“ einverstanden war. Es habe keinerlei Kampfspuren gegeben. Warum sich der Angeklagte aber nicht an die vereinbarten Handlungen hielt und die Kordel heftig zuzog, sei im Prozess nicht aufgeklärt worden.

Das Gericht schloss nicht aus, dass der Angeklagte bei dem Geschehen vermindert schuldfähig war. Nach seiner Version hatte er erst am Morgen den Tod der Frau bemerkt. Der zuletzt arbeitslose Mann konsumiere seit Jahren regelmäßig große Mengen Alkohol und Drogen, hieß es im Urteil. Die Richter ordneten deshalb an, dass er nach 18 Monaten im Gefängnis in eine Entziehungsanstalt kommen soll.