Kindesmisshandlung

Baby auf einem Auge blind - Bewährung für Vater

Ein Berliner hat sein vier Monate altes Baby so heftig geschüttelt, dass es auf einem Auge erblindete. Die Richter verurteilten den 23 Jahre alten Vater zu einer Bewährungsstrafe.

Ein 23-jähriger Vater hat seinen vier Monate alten Jungen derart heftig geschüttelt, dass er auf dem linken Auge erblindete. Das stand am Freitag für das Berliner Landgericht fest. Gegen den Angeklagten erging eine Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung.

Er sei der schweren Körperverletzung schuldig, befanden die Richter. Sie gingen von einem Augenblicksversagen des Vaters aus. Ein Schläger sei der Mann nicht, hieß es im Urteil. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und zehn Monate Gefängnis verlangt, die Verteidigung Freispruch.

Das Baby war am 4. März 2013 mit Einblutungen in die Netzhäute beider Augen sowie Hirnschädigungen in ein Krankenhaus gebracht worden. „Die Verletzungen wurden durch ein heftiges und schnelles Schütteln verursacht, der Kopf flog hin und her“, sagte der Vorsitzende Richter. Durch diese Gewalt sei das Kind auf dem linken Auge irreversibel erblindet. Zudem sei mit weiteren Dauerschäden zu rechnen. Das Gericht schloss sich damit der Einschätzung einer Expertin an.

Der Vater, der keine Vorstrafen hat und von Zeugen als liebevoll im Umgang mit seinem Sohn beschrieben wurde, hatte einen absichtlichen Übergriff bestritten. Das Kind sei in der Wohnung in Berlin-Reinickendorf plötzlich verkrampft, erklärte der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma. Als der seinen Sohn hochnehmen wollte, sei der Kopf nach hinten gefallen. Der Junge sei dann schlaff geworden. Er habe das Kind sofort reanimiert und für medizinische Hilfe gesorgt. Der Verteidiger sprach von einem Unglück.