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Studie
Das sind die Geldnöte und Zukunftspläne unserer Studenten
Eine Studie des Allensbach-Instituts zeigt, wie Studenten im Jahr 2014 leben, und rückt speziell Wohnungsnot und die finanzielle Schere in den Fokus. Wer keine Geldspritze bekommt, hat es schwer.

Jan Fecke, 24, Technische Universität (TU), Kultur und Technik: „Den Terror bei der Wohnungssuche, von dem viele erzählen, habe ich noch nicht mitgemacht. Ich bin vor dreieinhalb Jahren von Köln nach Berlin gezogen, in eine WG von Freunden in Tempelhof. Ich war nicht einsam oder so, weil ja viele Freunde schon hier waren. Heute wohne ich in einer WG in Wedding, auch wieder mit Freunden zusammen. Am Anfang war es wichtig für mich, in Berlin zu sein. Das hat sich ein bisschen geändert. Als letztens ein Freund erzählte, dass er zum Master nach Dortmund geht, dachte ich: Warum eigentlich nicht, wenn die Uni gut ist? Das Studium macht mir aktuell viel Spaß, gute Noten sind mir viel wichtiger als in der Schule, ich habe einen neuen Ehrgeiz entwickelt. Ich studiere an der TU das geisteswissenschaftliche Fach Kultur und Technik, möchte nach dem Bachelor noch den Master machen und später selbstständig im Medienbereich arbeiten. Feier Autor, Kameramann, Redakteur – all das interessiert mich. Ich habe vor dem Studium schon bei Fernsehproduktions-Firmen gearbeitet, etwa für Stern TV auf RTL. Frei zu arbeiten ist eine Hoffnung und ein Wunsch. Vielleicht bin ich da ein bisschen blauäugig, aber mir ist es wichtig, frei entscheiden zu können und auch eine gute Work-Life-Balance zu haben. Aktuell kann ich es mir nicht so richtig vorstellen, im Ausland zu studieren. Ich habe einfach hier meine Baustellen, und an denen möchte ich weiterbauen. Außerdem bekomme ich Bafög, muss also möglichst in der Regelstudienzeit fertig werden. Von meinen Eltern habe ich mein Kindergeld bekommen, ansonsten arbeite ich ja nebenher beim Fernsehen. Das ist ein guter Ausgleich zur Theorie im Studium. Ich habe etwa 100 Euro mehr zur Verfügung als der durchschnittliche Student, also etwa 715 Euro pro Monat.“
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Gabriel Dae-In Lux, 26, Freie Universität (FU), Korea-Studien: „Ich komme aus Berlin, habe zwei ältere Brüder und wohne in Lichterfelde bei meinen Eltern. Ein Elternteil von mir ist krank, ich wohne zu Hause, um zu helfen. Deshalb kann ich auch nichts über die Wohnungssuche in Berlin sagen. Meine Mutter kommt aus Korea, ich habe mich aber nicht nur deshalb für Korea-Studien an der FU entschieden. So kann ich mein Interesse an Politik mit einer speziellen Region verbinden. Aktuell schreibe ich meine Masterarbeit. Es geht um einen Vergleich der Geschichtsschreibung in Nord- und Südkorea. Früher habe ich nebenbei in einer Bar gearbeitet. Das hat Spaß gemacht, so habe ich neben der Uni noch eine andere Lebenswirklichkeit kennengelernt. Außerdem will ich so wenig Geld wie möglich von meinen Eltern annehmen. Schon länger arbeite ich als Hiwi an der Uni, dazu kommen jetzt auch Seminare, die ich als Tutor gebe. So verdiene ich etwas mehr als 615 Euro im Monat. Ich war im Ausland, sieben Monate in Südkorea, davon die meiste Zeit an einer Universität in Seoul. Was den Beruf angeht, steht eins fest: Ich möchte mich verwirklichen. Ziele erreichen, nicht nur des Geldes wegen. Ich möchte die akademische Laufbahn einschlagen, plane aktuell auch schon meine Doktorarbeit. Eines Tages Professor zu sein – das ist mein Ziel.“
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Laura Kalveram, 24, Charité Universitätsmedizin (Humboldt-Universität, HU), Humanmedizin: „Ich komme aus München, bin jetzt seit dreieinhalb Jahren in Berlin – und darüber bin ich froh. Zuerst habe ich in Saarbrücken Psychologie studiert, da habe ich die Krise bekommen. Am Anfang war die Wohnungssuche unkompliziert, ich habe eine WG in Schöneberg gefunden. Dann habe ich allein gewohnt. Die Wohnung in Neukölln zu bekommen war schwierig, das hat sechs Wochen gedauert. Heute wohne ich mit meinem älteren Bruder in Kreuzberg, der arbeitet schon und hat sich um alles gekümmert. Ich bekomme kein Bafög, meine Eltern unterstützen mich. In den Semesterferien jobbe ich an der Charité und passe auf gefährdete Patienten auf. Im Ausland studieren möchte ich nicht, weil ich mein Staatsexamen schnell machen und auch noch eine Doktorarbeit schreiben will. Toll wäre es aber, das praktische Jahr im Ausland zu verbringen, etwa in Südafrika, wo ich schon das Pflegepraktikum gemacht habe. Als Kindermedizinerin werde ich wahrscheinlich nicht besonders viel Geld verdienen, aber das ist mir auch nicht so wichtig. Ich möchte lieber an spannenden Fällen arbeiten. Vielleicht arbeite ich eines Tages für Ärzte ohne Grenzen.“
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