Der Bau von Studentenunterkünften ist nicht so kompliziert wie der Bau eines Flughafens. Gerade deshalb ist es erstaunlich, wie schleppend der Senat vorankommt. Obwohl alle Parteien den Bedarf sehen und die Idee unterstützen, weitere Studentenheime zu bauen, ist jahrelang fast nichts passiert. Das Thema wirft ein Licht auf die Probleme von SPD und CDU, adäquate Antworten auf die sich zuspitzende Lage am Wohnungsmarkt zu finden.

Gute Vorsätze bleiben allzu oft stecken im Geflecht der Interessen zwischen Senatsressorts, Liegenschaftsfonds, Wohnungsbaugesellschaften und anderen Beteiligten. So ist das auch beim studentischen Wohnen. Ein Jahr wurde gestritten, welcher Weg einschlagen wird. Bis sich jetzt aber Studentenwerk, Senat und Wohnungsbaugesellschaften über die Details der Kooperation einigen, werden sicher weitere Monate vergehen.

Noch kein landeseigenes Grundstück wurde zur Verfügung gestellt

Zwei Generationen von Studenten haben Probleme, eine Wohnung zu finden, weil der Senat nicht vorankommt. Noch ist kein landeseigenes Grundstück wirklich an die künftigen Bauherren übertragen worden, weder für den Bau billiger Wohnungen noch für neue Studentenheime. Der Beschluss des Abgeordnetenhauses, Grundstücke nicht mehr zum Höchstpreis zu verkaufen, ist vier Jahre alt, er stammt noch aus der letzten Legislaturperiode. Was inzwischen geschehen ist, lässt sich nur als Politikversagen bezeichnen.