Unterbringung

Flüchtlinge ziehen von Kreuzberg über Wedding nach Neukölln

Die 80 Flüchtlinge vom Oranienplatz, die derzeit in einem Caritas-Altenheim in Wedding untergebracht sind, sollen nun vorerst in eine Neuköllner Notunterkunft ziehen.

Foto: Amin Akhtar

Die 80 Flüchtlinge, die derzeit in einem Gebäude der Caritas Berlin in Wedding untergebracht sind und zuvor auf dem Oranienplatz lebten, werden in eine Neuköllner Flüchtlingsunterkunft ziehen. Sie ist erst seit März 2014 in Betrieb und liegt auf einer Fläche zwischen Neue Späthstraße und Haarlemer Straße. Für 400 Personen ist dort Platz.

Der Umzug sei am 14. und 15. Juni geplant, sagte eine Sprecherin der Caritas. Man habe sich mit dem Senat und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales auf diese Lösung geeinigt. Busse sollen bereitgestellt werden, die die Asylbewerber und ihre Habe von der Residenzstraße nach Neukölln bringen. Wie lange sie dort bleiben, steht noch nicht fest. Jetzt beginne die statusrechtliche Prüfung der Einzelfälle, sagte Constance Frey, Sprecherin der Senatssozialverwaltung. Diese Prüfung nehme die Ausländerbehörde vor.

Flüchtlingsunterkunft für Familien mit Kindern

Die Caritas hatte die Flüchtlinge vom Oranienplatz im November 2013 in einem ehemaligen Altenheim aufgenommen. Dort wurden sie auch hinsichtlich ihres Asylantrags beraten. Eigens für diese Unterbringung erteilten die Behörden eine befristete Betriebserlaubnis. Sie lief Ende Mai aus und wurde noch einmal bis Mitte Juni verlängert. Langfristig will die Caritas das Gebäude zu einer Flüchtlingsunterkunft für Familien mit Kindern umbauen. Die Vorbereitungen dafür haben begonnen, eine dauerhafte Betriebserlaubnis soll beantragt werden.

Derzeit seien etwa 9000 Flüchtlinge in Berlin in Gemeinschafts- und Notunterkünften untergebracht, sagte die Sprecherin der Senatssozialverwaltung. Weitere 9000 leben in Wohnungen. „Das ist finanziell günstiger und fördert die Integration.“ Noch keine Unterkunft ist für die Flüchtlinge aus der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg gefunden. Der Bezirk habe die Rahmenbedingungen dafür noch nicht geschaffen, sagte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Nur wenige Bewohner der Schule hätten sich zudem registrieren und auf die Liste derer setzen lassen, für die eine Bleibe gesucht werde.