Feiertage

10 Tipps, wie Sie der Hitze an Pfingsten entkommen

Die Temperatur steigt erneut auf über 30 Grad. Von Seen über Biergärten bis zu Radtouren: Die Berliner Morgenpost gibt Ihnen zehn coole Tipps für das Wochenende.

Foto: dpa/ZGBZGH

An Pfingsten feiern die Christen das Kommen des Heiligen Geistes - und der kommt in diesem Jahr auf besonders heißen Sonnenstrahlen nach Berlin.

Auf bis zu 30 Grad können sich die Berliner auch am Pfingstmontag wieder freuen. Es soll trocken und überwiegend sonnig bleiben, auch mit Gewittern sei trotz der Hitze nicht zu rechnen, sagt Hans-Werner Voß vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam.

In Brandenburg könnte am Pfingstmontag sogar ein neuer Hitzerekord für Anfang Juni aufgestellt werden. Der Deutsche Wetterdienst erwarte Temperaturen bis zu 35 Grad, sagte ein Sprecher am Freitag. Die bisherige Höchstmarke wurde am 9. Juni 1915 gemessen. 33,7 Grad zeigten die Thermometer damals in Potsdam.

Wie Sie der Hitze am Pfingstmontag entkommen können, verrät Ihnen die Berliner Morgenpost in zehn Tipps.

Ab ans Wasser

Berlin bietet 38 Badeseen und Freibäder, verteilt über das gesamte Stadtgebiet. Natürlich kennt jeder den Wannsee. Aber waren Sie schon mal am Orankesee oder Tegeler See? Das Wasser ist hier so klar, dass man zuweilen die Fische sieht, die einem um die Beine schwimmen. Auf Liegen oder in Strandkörben lässt sich die Hitze ertragen.

Wer lieber Bahnen zieht, sollte in die zahlreichen Freibäder gehen. Im Kreuzberger Prinzenbad, im Sommerbad Wilmersdorf oder im Olympiastadion laden Sportbecken und eine Sprunganlage Schwimmer zum Abkühlen und Sporteln ein.

In den Sommerbädern gilt die finanzielle Unterscheidung zwischen Haupt- und Randzeiten übrigens nicht, den ganzen Tag über kostet ein Ticket im Normaltarif 5,50 Euro. Laut neuestem Badegewässerbericht der Europäischen Umweltagentur ist die Wasserqualität an fast allen Berliner Badestellen unbedenklich.

Rauf aufs Dach

Wenn der Asphalt glüht, warum nicht einfach den Erdboden gegen ein Dach eintauschen? Berlin ist voll davon, der neueste Trend sind Rooftop-Bars - auf dem Dach von Einkaufscentern oder Hotels.

Vor einem Jahr eröffnete der Klunkerkranich auf der Dachterrasse der Neukölln Arcaden. Fast täglich finden dort Konzerte, Lesungen oder andere Veranstaltungen statt, DJs legen Elektro auf. Neben dem Verstärker summt auch ein Bienenstock im eigenen Dachgarten. Die dort angebauten Kräuter finden sich in Salaten und Cocktails wieder.

In der Cosmo Lounge treffen sich Fußball-Fans - ideal für die kommende Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli). Dann verwandelt sich die Bar in einen WM-Dachgarten, mit Gewinnspielen und Freibier bei Deutschlandtoren. Die Bar liegt auf dem Dach eines Backpacker-Hostels. Auf der kleinen, bunten Dachterrasse mit Kunstrasen, Liegestühlen, einem Pingpongtisch und sogar einem kleinen Pool wird jeden Tag gegrillt, es können aber auch Speisen aus dem Restaurant mit heraufgenommen werden.

Ran an den Tisch

Kühle Getränke, gepflegtes Essen, gemütliche Atmosphäre: An Pfingsten findet man Abkühlung auch in Biergärten. In der Stadt finden sich idyllische Plätze in jeder Preislage. So z.B. im Tiergarten im Schleusenkrug. Dort ist Selbstbedienung angesagt. Sehr beliebt sind die diversen Weizenbiere. Grundlage für lange Nachmittage und Abende sind die Speisen vom Grill.

Der Biergarten des Zollpackhofs an der Spree gegenüber vom Kanzleramt lockt ab 11 Uhr mit Flammkuchen, Brez'n und Nudelsalat. Für Kinder gibt es einen Spielplatz. Das Loretta am Wannsee ist ein Traditionsbiergarten mit bayerischem Flair. Es bietet Klassiker wie paniertes Schweineschnitzel und süße Spezialitäten wie Crêpes mit Kirschen und Schokoeis.

Rauf aufs Rad

Ob Renn- oder Trekkingrad, in Berlin gibt es für alle die geeignete Strecke. Und der Fahrtwind lässt die Hitze vergessen. Anfängern wird das Tempelhofer Feld empfohlen. Hier behindern weder Bäume noch Autos, nur andere Biker oder Inlineskater könnten den Fahrspaß kurzzeitig stören.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat zudem kostenlose Fahrradbroschüren mit Karten und Tourenbeschreibungen aufgelegt. Eine Tour führt z.B. über den Berliner Mauerweg von Hermsdorf quer durch die Stadt nach Schönefeld. Sie ist 50 Kilometer lang.

Weitere Radtouren durch Berlin und Brandenburg finden Sie auch in unserem Themen-Special unter www.morgenpost.de/radtouren.

Rein ins Museum

Wenn die Sonne unbarmherzig vom Himmel scheint, bieten Gebäude Schutz vor der Hitze. Wer dabei auch noch neue Inspirationen sucht oder in Kunstwerken versinken möchte, ist in Berlins zahlreichen Museen und Galerien gut aufgehoben.

Mehr als 175 Ausstellungsorte bewahren Geschichte, Kunst und Wissen - von der Museumsinsel über die Gedenkstätte Berliner Mauer bis zum Hamburger Bahnhof.

Jedes Jahr gibt es Ausstellungshöhepunkte, die einen Besuch unbedingt wert sind. Momentan lädt der Martin-Gropius-Bau zu zwei sehenswerten Ausstellungen ein. Seit dem 2. April läuft zum einen „Evidence“, die bislang größte Werkschau des chinesischen Künstlers Ai Weiwei. Sie ist noch bis zum 7. Juli zu sehen. Zum anderen zeigt der Gropis-Bau die Schaffenskraft des britischen Musikers, Schauspielers und Künstlers David Bowie noch bis zum 10. August.

Zudem findet gerade die 8. Berlin Biennale statt. Kurator Juan A. Gaitan versammelt zeitgenössische Künstler und deren Werke im Haus am Waldsee, den Museen Dahlem - Staatliche Museen zu Berlin, den KW Institute for Contemporary Art und dem Crash Pad in den KW. Sie ist noch bis zum 3. August geöffnet.

Ab vor die Leinwand

Sommer ist die Zeit der Freiluftkinos, deren Saison bereits begonnen hat und bis in den Herbst andauern wird. Am Abend, wenn die Hitze langsam verfliegt, die Kühle aber noch nicht unter die Picknickdecke kriecht, ziehen Berliner Open-Air-Kinos ihre Leinweinde hoch und zeigen Klassiker, Blockbuster und Independent-Filme.

Das Freiluftkino Hasenheide im Volkspark Rehberge z.B. gehört zu den größten Kinos der Stadt. In Friedrichshain bietet dagegen das Cassiopeia cineastische Unterhaltung. Hier werden Filmklassiker, Filmkunst, Independent, Hollywood und OmU-Filme gezeigt. Rund 350 Zuschauer passen in das Kiez-Kino. Gemütlich sitzt es sich in Strandkörben.

Schnäppchen suchen

Wer genug von Seen, Biergärten und Museen hat und trotz der geschlossenen Läden an Pfingsten nicht auf das Stöbern in Waren verzichten möchte, ist auf den vielen Floh-, Trödel- und Antikmärkten in Berlin richtig. Hier findet man zwischen Spandau und Neukölln Hausrat und Schallplatten, Bücher und Teddybären, Antikes und Nippes: Praktisches aus zweiter Hand.

Den bekanntesten Flohmarkt der Stadt findet man an der Straße des 17. Juni. Der Platzhirsch bietet alles, was man sich vorstellen kann. Vom Kronleuchter bis zum Ölschinken, von Bilderrahmen bis Fotoalben, von Klamotten bis Tischdecken, von Porzellan bis zu Kunstobjekten in Form von Masken oder Holzschnitzereien, CDs, Bücher, man findet alles.

Wem es zwischen den Massen zu heiß wird und sich nach einem überdachten Ort sehnt, kann in den Spandauer Hallentrödelmarkt gehen. Die Händler mieten für Hausrat, Geschirr, Bücher, Lampen und Kleidung monatsweise kleine Abteile. Nebenan, wo das Hab und Gut von Haushaltsauflösungen feilgeboten wird, geht es rumpeliger zu.

Wer an Pfingsten trotz der Sommerhitze was erleben möchte, dem empfehlen wir folgende Veranstaltungen:

Karneval der Kulturen

Pfingsten bedeutet in Berlin gleichzeitig auch Karneval der Kulturen. Am 8. Juni wird es wieder bunt und laut, wenn Tausende durch Kreuzbergs Straßen ziehen.

2014 sind es etwa 5400 Teilnehmer und 82 Umzugsgruppen, davon 29 Gruppen zu Fuß ohne Wagen. Zehn Kinder- und Jugendgruppen sind dabei, sowie zehn Percussion-Gruppen. Acht Gastgruppen sind darunter, sie kommen unter anderem aus China, Indonesien, Italien und Polen.

Bereits am Sonnabend, 7. Juni, startet der Kinderkarneval unter dem Motto „Wir sind Gorilla!“ um 13.30 Uhr am Mariannenplatz und führt zum Görlitzer Park, wo von 15 bis 19 Uhr das Kinderfest stattfindet. Etwa 5000 Kinder, Eltern, Erzieher und Besucher werden erwartet.

Das Straßenfest vom 6. bis 9. Juni findet am Blücherplatz statt. Rund 350 Stände bieten Kunsthandwerk, Kulinarisches und Projektinformationen. Mehr als 800 Musiker und Künstler treten auf.

Lange Nacht der offenen Kirchen

Wer eine Abkühlung sucht, findet Zuflucht in Kirchen. Hier kann man gut und gerne ein wenig verweilen und der Stille lauschen. Pünktlich zu Pfingstsonntag findet zudem die Lange Nacht der offenen Kirchen statt.

Am 8. Juni öffnen Kirchen in ganz Berlin abends ihre Pforten und laden zu Veranstaltungen ein. Viele Konfessionen werden vertreten sein, und es wird Besichtigungen, Konzerte und vieles mehr geben. Eröffnet wird die Nacht mit dem Ökumenischen Pfingstweg vom Brandenburger Tor zur St. Hedwigs-Kathedrale. Es wird eine ökumenische Pfingstandacht und ein Internationales Chorkonzert geben. Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen finden Sie unter offenekirchen.de

Deutsch-Russische Festtage

Im Pferdesportpark in Karlshorst werden vom 6. bis 8. Juni die Deutsch-Russischen Festtage gefeiert. Zur Eröffnung gibt es eine Show mit Feuerwerk, danach finden verschiedene Konzerte sowie Theater- und Filmaufführungen statt.

So auch das Jugendfestival Neuer Wind. Dort zeigen Jugend- und Kinderensembles aus Deutschland und Russland ihr tänzerisches und schauspielerisches Können. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen finden Sie unter drf-berlin.de.