Berlin

Wenn Fußballspieler und Zuschauer sich auf dem Platz prügeln

Der Berliner Amateurfußball von seiner unsportlichen Seite: Die Polizei musste in Reinickendorf und Schöneberg schlichten, weil sich Spieler und Fans Schlägereien lieferten.

Am Sonntag hat sich der Berliner Amateurfußball am Ende der Saison erneut von seiner unsportlichen Seite gezeigt. Die Polizei musste bei zwei Spielen in Reinickendorf und Schöneberg eingreifen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Spielern und Fußball-Anhängern wurden nach Angaben eines Polizeisprechers mehrere Personen verletzt.

Das Spiel der beiden A-Jugendmannschaften von MSV Normannia 08 und dem 1. FC Wacker 21 Lankwitz wurde noch in der ersten Halbzeit vom Schiedsrichter abgebrochen. In der 40. Spielminute hatte der Unparteiische ein Foulspiel gepfiffen. Daraufhin gerieten die Spieler beider Mannschaften auf dem Sportplatz an der Königshorster Straße im Märkischen Viertel in Streit. Laut Zeugenaussagen entwickelte sich der Streit schließlich zu einer handfesten Schlägerei. Dabei wurden ein 18-jähriger Spieler und eine 29 Jahre alte Zuschauerin leicht verletzt.

Spieler und Zuschauer schlagen aufeinander ein

Auch im Stadion am Voralberger Damm in Schöneberg gab es gegen 14.20 Uhr kurz vor Spielende eine tätliche Auseinandersetzung. Beim Herren-Bezirksligaspiel des 1. FC Schöneberg gegen den 1. FC Galatasaray aus Spandau schlugen Spieler und ein Teil der Zuschauer aufeinander ein. „Nach Aussagen eines Zeugen soll ein Beteiligter mehrere Personen mit einem Messer bedroht haben“, sagte ein Polizeisprecher.

„Bei der Schlägerei wurden mehrere Personen verletzt.“ Ungefähr 30 Beamte seien im Einsatz gewesen. Das Spiel wurde beim Stand von 2:0 für Schöneberg abgebrochen. Bei der Partie ging es um den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse.

Unabhängig von einem möglichen Strafverfahren wegen Körperverletzung und Bedrohung werden die zwei Spielabbrüche auch ein ordentliches Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes beschäftigen. „Die betroffenen Vereine sind verpflichtet, binnen einer Woche schriftlich eine Stellungnahme zu den Vorfällen abzugeben“, sagte der Verbandssprecher Kevin Langner. „Die Schiedsrichter müssen ihren Bericht nach spätestens vier Werktagen abgegeben haben.“

Anschließend würde es ungefähr 14 Tage dauern, bis das Sportgericht eine Entscheidung fällt, heißt es. Das Gericht kann dann unter anderem Geldstrafen, Platzsperren oder auch Spielerstrafen verhängen. Das ist von Fall zu Fall höchst unterschiedlich“, sagte Langner. Da sei alles denkbar. Das Sportgericht entscheidet auch, wie die Spiele gewertet werden, oder ob sie möglicherweise neu angesetzt werden müssen.

Nach Angaben des Polizeisprechers waren die Vorfälle der 62. und 63. Spielabbruch wegen Ausschreitungen im Berliner Amateurfußball in der laufenden Saison. In der vergangenen Spielzeit mussten 84 Begegnungen abgebrochen werden. Laut Fußballverband werden an jedem Wochenende in Berlin ungefähr 1600 Spiele ausgetragen, pro Saison seien es etwa 34.000 Spiele.