Angst vor Randale

Polizei verhängt Alkoholverbot für das DFB-Pokalfinale

Fans von Borussia Dortmund und Bayern München sollen durch 1100 Polizisten und 1200 Ordnern von Randalen abgehalten werden. Sorgen gibt es, weil auch 1500 Schalker Ultras nach Berlin reisen.

Foto: Kevin Kurek / picture alliance / dpa

Das 71. DFB-Pokalfinale im ausverkauften Berliner Olympiastadion ist zwar nicht als „Risikospiel“ eingestuft, dennoch gilt eine erhöhte Sicherheitsstufe. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag. Rund 1100 Beamte der Polizei und 1200 Ordner werden bei der Partie am Sonnabend zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern (20 Uhr im Liveticker) im Einsatz sein. „Alles ist sorgfältig vorbereitet“, erklärte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.

In der Skala von eins bis vier ist die Partie vor 74.907 Zuschauern in die Sicherheits-Kategorie drei „bedingt störanfällig“ eingeordnet, vier würde Risikospiel bedeuten. Im Stadion wird nach einer Entscheidung der Polizei aber nur alkoholfreies Bier ausgeschenkt, im Bereich des Public Viewing gibt es Leichtbier. Das war auch vor zwei Jahren beim Finale Dortmund kontra Bayern (5:2) schon der Fall – und es gab trotzdem Ärger.

Als Probleme sehen die Sicherheitsexperten, dass für das Junioren-Endspiel SC Freiburg gegen Schalke 04 auch 1500 Schalker Fans Karten bestellt haben. Das Spiel findet am Vormittag im Amateurstadion auf dem Olympiagelände statt. „Wir erwarten aber mehr Menschen aus Gelsenkirchen, darunter auch zahlreiche Ultras“, sagte Heiko Homolla, Sprecher der Berliner Polizei, „Spiegel online“.

Bleibt zu hoffen, dass Dortmunder und Schalker zwischen den Spielen nicht in der Innenstadt aneinander geraten. Die BVB-Fans haben für 11 Uhr zum Treffen an der Gedächtniskirche geladen, im sich im Schutz der Gruppe auf das Endspiel einzustimmen.

Fakten und Zahlen zum Finale, die ein Fußballfan wissen sollte

Die Bilanz: Dortmund und Bayern München bestreiten das 71. Finale um den DFB-Pokal, zum 30. Mal findet das Endspiel in Berlin statt (und mindestens bis 2020 weiter) . Mit 16 Erfolgen sind die Münchner Rekordsieger. Der BVB gewann die Trophäe bisher dreimal. Bei einem Sieg würde der Revierklub mit Nürnberg, Köln und Frankfurt gleichziehen. Neben den Bayern würden dann nur noch Schalke (5 DFB-Pokalsiege) und Bremen (6) vor Dortmund stehen.

Premiere: Die Copa del Rey, das spanische Pendant zum DFB-Pokal, gewann Pep Guardiola je zweimal als Trainer (2009, 2012) und Spieler (1997, 1998). Feiert er nun mit dem deutschen Pott?„Der Vorteil, Pep: Da kannst du was reinfüllen. Das ist mit der Meisterschale schwieriger“, witzelte Kollge Jürgen Klopp bei Medientreffen. Allerdings: Guardiola hat in seiner Trainerkarriere (seit 2008) nur gegen den BVB eine negative Bilanz – mit den Bayern gab es 2013/14 in den drei Duellen zwei Niederlagen und einen Sieg. Es ist bereits dritte Endspiel beider Teams: . 2007 gewann Bayern in der Verlängerung mit 2:1h. 2012 triumphierte die Borussia beim Doublegewinn mit 5:2.

Der Weg nach Berlin: Die Dortmunder sind im diesjährigen Wettbewerb noch ohne Gegentor. In den Partien gegen Wilhelmshaven (3:0), München 1860 (2:0 n. V.), Saarbrücken (2:0), Frankfurt (1:0) und Wolfsburg (2:0) gab sich die BVB-Deckung keine Blöße. Die Münchner erzielten auf dem Weg ins Finale beachtliche 21 Treffer gegen Rehden (5:0), Hannover (4:1), Augsburg (2:0), Hamburg (5:0) und Kaiserslautern (5:1).

Einnahmen: Der Pokal wird mehr und mehr zu einem lukrativen Wettbewerb. Bisher nahmen sowohl die Münchner als auch die Dortmunder allein aus dem TV- und Vermarktungstopf jeweils über sechs Millionen Euro ein. Allerdings liegt die Gesamtsumme bei den Bayern höher als beim BVB, weil vier Spiele der Münchner live im Free-TV gezeigt wurden. Die Dortmunder waren nur zweimal live in der ARD zu sehen. Für den Gewinner des Finales gibt es 3,2 Millionen Euro, der Verlierer erhält 2,6 Millionen.

Mobilfunk: Zum Ärgernis für die Fans wurde oft der schlechte Handy-Empfang. Die Kapazität ist nur für rund 40.000 Besucher ausgelegt. Erst im kommenden Jahr soll es einen neuen WLAN-Hotspot für 80.000 Zuschauer geben.

Medien: Das Finale wird in 189 Länder übertragen – mehr als jemals zuvor. 802 Medienvertreter aus dem In- und Ausland haben sich akkreditiert.

Finale der Frauen: Das Pokalfinale der Frauen findet seit 2010 in Köln statt, heute stehen sich dort die SGS Essen und der 1. FFC Frankfurt gegenüber (16.30 Uhr, ARD) – vor 14.500 Zuschauern.