Ausschreitungen

Zwickauer Fans prügeln sich mit der Polizei im Jahn-Sportpark

Zu Beginn und nach dem Regionalliga-Spiel zwischen Union II und dem FSV Zwickau ist es im Jahn-Sportpark zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei leitete diverse Strafermittlungsverfahren ein.

Foto: Fabian Fuchs / pa/dpa

Im Regionalliga-Spiel zwischen der zweiten Mannschaft des 1. FC Union und dem FSV Zwickau ist es am Sonnabendnachmittag offenbar zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des FSV und der Berliner Polizei gekommen. Laut einer Pressemitteilung wurden diverse Strafermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Widerstands, versuchter Gefangenenbefreiung und Beleidigung.

Die Vorkommnisse haben sich gleich zu Beginn der Partie im Jahn-Sportpark zugetragen, die Union II nach Treffern von Tugay Uzan (1.) und Ahmed Waseem Razeek (83.) beim Gegentor von Oliver Genausch (71.) mit 2:1 (1:0) gewann. Ein Teil der rund 120 Zwickauer Anhänger unter den 298 Zuschauern hatte versucht, aus dem ihnen zugewiesenen Block auf der Gegentribüne in den daneben liegenden Zuschauerbereich zu gelangen. Dieser Block war offenbar nicht freigegeben.

Ordnungskräfte, die dies verhindern wollten, wurden daraufhin von Zwickauer Fans angegriffen. Einige hatten sich inzwischen sogar vermummt. Ein Ordner wurde bei dem Versuch, jene Mitglieder der FSV-Ultra-Gruppierung Red Kaos am Übertritt in den Nachbarblock zu hindern, die Sitzplatzreihen hinunter gestoßen und wurde laut Polizeimitteilung leicht verletzt. Die Polizei musste unterstützend eingreifen, insgesamt waren rund 150 Beamte im Einsatz. Reizgas und Schlagstöcke mussten angewendet werden, ehe sich die Situation für den Rest der Partie wieder beruhigte. Ein Polizist wurde verletzt.

Strafanzeigen offenbar auch gegen Union-Ordner

"In der Halbzeit konnte beobachtet werden, wie die an den körperlichen Angriffen Beteiligten teilweise anfingen, ihre Kleidung untereinander und mit sich solidarisierenden anderen Fans zu tauschen, offenbar um ein späteres Wiedererkennen zu erschweren", hieß es in der Mitteilung weiter. Die Polizei überprüfte nach der Partie dennoch rund 90 Zwickauer Anhänger, die einzeln aus dem Stadion geleitet wurden, und nahm deren Personalien auf. Mehrere Straftäter konnten dabei wiedererkannt werden, gegen sie werde inzwischen strafrechtlich ermittelt.

Bei der Abfahrt der Zwickauer Fans soll es der Polizeimeldung zufolge außerdem "aus einer Gruppe, die ersten Ermittlungen zufolge teilweise aus zuvor eingesetztem Ordnerpersonal der Heimmannschaft bestand, zu beleidigenden Gesten und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" gekommen sein. Auch hier seien Strafanzeigen geschrieben worden.

In der kommenden Saison dürfte die vierte Spielklasse noch mehr unter Beobachtung stehen. Denn mit dem DDR-Rekordmeister BFC Dynamo kehrt jener Klub zurück, der in der Vergangenheit eher durch seine Hooligans denn durch sportliche Erfolge auf sich aufmerksam gemacht hat. Vielleicht ist es als gutes Omen anzusehen, dass es seit zwei Jahren keine Zwischenfälle mehr bei BFC-Spielen gegeben hat.

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