Dokumentation

David Hasselhoff dreht in Berlin Film über den Mauerfall

David Hasselhoff ist schon wieder für einige Tage in Berlin zu Gast – diesmal für Dreharbeiten des Dokumentarfilms „Tear down this wall“. Und „Looking for Freedom“ ist einfach nicht totzukriegen.

Foto: Reto Klar

„Die berühmte Jacke? Klar, die habe ich oben im Zimmer. Die lädt gerade ihre Batterien auf. Aber eins muss euch klar sein: So richtig gut sitzt sie nicht mehr“, sagt David Hasselhoff und lacht. Das Bild von ihm, Silvesterabend 1989 am Brandenburger Tor, kennt jeder. Genau wie die leuchtende Lederjacke, die er trug, als er damals vor mehr als 500.000 Menschen „Looking for Freedom“ sang. Ein skurriles Bild, und vielleicht deshalb so einprägsam. Vielleicht könnte man sogar unvergessen sagen.

Zumindest war es das für Gabi und Mark Hayes, die an diesem Tag gemeinsam mit dem US-Star zum Interview ins Hotel Adlon gekommen sind. Das Ehepaar – er Amerikaner, sie in Ostdeutschland aufgewachsen – produziert derzeit den Dokumentarfilm „Mr. Hasselhoff, Tear down this wall“. Am Mittwoch war der letzte Drehtag in Berlin. „Die Leute fragen mich, ob ich wirklich glaube, dass der Song die Mauer zu Fall gebracht hat. Natürlich glaube ich das nicht. Reagans Rede hat die Mauer auch nicht zum Einsturz gebracht“, gibt Gabi Hayes beim Interview zu. „Aber eins ist klar. Es war dieser Song, der uns im Osten damals wirklich inspiriert hat.“

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Und genau diese Aussagen ehemaliger DDR-Bürger seien es, die Hasselhoff immer wieder mit Stolz erfüllen würden, sagt der 63-jährige Schauspieler und lächelt die Filmemacherin an. „Mir wird ganz warm ums Herz, wenn Leute mir sagen, dass ich mit meinem Lied etwas bewegt habe.“ Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – dieses Glück habe er immer wieder, betont der Schauspieler, der besonders durch „Baywatch“ und „Knight Rider“ in Deutschland bekannt geworden ist. Doch auch für Hasselhoff sei es es der legendäre Auftritt am Brandenburger Tor gewesen, der ihn für immer mit der Bundesrepublik verbunden habe.

Auch während seines aktuellen Besuchs macht „The Hoff“ – wie er von vielen Fans genannt wird – wieder einmal deutlich, wie gern er nach Deutschland kommt. „Es ist unglaublich, was sich hier in Berlin in den letzten Jahrzehnten verändert hat“, sagt Hasselhoff, der für die Dreharbeiten in den vergangenen Tagen auch den Checkpoint Charlie, die Gedenkstätte Hohenschönhausen und die Hansa-Studios besucht hat. Letzteres, um seinen legendären Song neu aufzunehmen, der „ein bisschen rockiger“ geworden sei.

Immer wieder stimmt er das Lied während des Interviews an – und immer wieder fragt er sich ungläubig, warum ihm gerade dieser Song so viel Ruhm eingebracht hat. „25 Jahre später komme ich immer noch zurück nach Berlin, singe immer noch dieses Lied, immer noch fahren Leute in „Knight Rider“-Autos hinter mir her, und Frauen tragen rote Badeanzüge – das ist unglaublich.“ Und er scheint dieses Gefühl zu lieben. Allein in diesem Jahr war er bereits vier Mal in Berlin, sagt er. Und natürlich wünsche er sich, bei der Premiere des Films dabei zu sein, der am Sommer in die deutschen Kinos kommen soll.