Mauerabriss

Hasselhoff kämpft weiter für die East Side Gallery

David Hasselhoff plant ein großes Benefizkonzert gegen den Abriss der East Side Gallery. Mauer-Künstler Kani Alavi will indessen aus Protest sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben.

Foto: Luca Teuchmann / Getty Images

US-Sänger David Hasselhoff gibt nicht auf. Der 60-Jährige regte auf Twitter ein Konzert gegen den Abriss der East Side Gallery an. „Der Kampf ist nicht vorbei“, schreibt der Star aus der ehemaligen Fernsehserie „Baywatch“. Schon vor zwei Wochen reiste er zum Protest am Mauerstreifen nach Berlin. Nun rief der Amerikaner seine Fans erneut auf: „Wir müssen uns vereinen, um den Verlust von Menschlichkeit und Freiheitswillen zu stoppen.“ Unter dem Slogan #save the wall concert twitterte er weiter: „Es scheint, dass Geld und Bulldozer mehr Macht besitzen als die Demokratie.“

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Hunderte Demonstranten versammelten sich am Donnerstag vor dem Roten Rathaus in Mitte, nachdem weitere Teile der Berliner East Side Gallery im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in der Nacht überraschend abgerissen wurden. Rund 600 Menschen kamen und protestierten für den Erhalt des 1,3 Kilometer langen Mauerabschnitts an der Spree, der von Künstlern bemalt wurde. Der Vorsitzende der Künstlerinitiative East Side Gallery, Kani Alavi, sagte, er wolle sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben: „Es ist würdelos, wenn das Werk, für dessen Erhalt ich ausgezeichnet wurde, jetzt wieder von der Stadt zerstört wird.“

Krisengespräche brachten keine Lösung

Schon vor einigen Wochen hatte der Investor Maik Uwe Hinkel, der im früheren Todesstreifen ein Hochhaus mit 36 Luxuswohnungen bauen will, eine Lücke in die Mauer geschlagen. Die neue, sechs Meter breite Lücke sei notwendig, um mit schwerem Gerät auf die Baustelle fahren zu können. Der erneute Teilabriss des Erinnerungsstücks und Touristenmagneten wäre aber lediglich eine „temporäre Maßnahme“. Den Worten Hinkels zufolge würden die herausgetrennten Mauerteile nach Abschluss der Bauarbeiten wieder eingesetzt – Medienberichten zufolge im Jahr 2015.

Gespräche mit dem Senat, Bezirksamt und den Investoren des Nachbargrundstücks hatten bislang keine Lösung gebracht. Ein erneutes Krisengespräch im Roten Rathaus zwischen den Beteiligten folgte. Hinkel erklärte sich daraufhin bereit, den Kompromissvorschlag des Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit (SPD), prüfen zu wollen. Die mögliche Lösung: Ein Umbau des geplanten Hochhauses. Wowereit hatte angeregt, Hinkels Grundstück über das Nachbargrundstück eines israelischen Bauherrn zu erschließen.

Die Mitglieder des Bündnisses „East Side Gallery retten“ meldeten sich empört zu Wort. Der Sprecher, Sascha Disselkamp, sagte: „Dieser Kompromiss ist keiner.“ Was jetzt als Lösung angeboten wird, wäre exakt das, wogegen sie protestierten. In einer Online-Petition seien bereits über 84.000 Unterschriften für den Erhalt der Mauer-Galerie gesammelt worden.