Netzgiraffe Malindi

Älteste Giraffe des Berliner Zoos ist tot

Im Alter von 17 Jahren ist die Giraffenkuh Malindi gestorben. Todesursache soll Altersschwäche sein. Das Ergebnis der Sektion steht noch aus. Es ist der zweite Giraffen-Tod innerhalb von neun Monaten.

Foto: Bernd Settnik / picture-alliance/ dpa

Die älteste Giraffe im Zoo Berlin ist tot. Wie erst am 1. Mai bekannt wurde, verstarb die Netzgiraffe Malindi im Alter von 17 Jahren. Tierpfleger fanden sie bereits am Dienstagmorgen tot in ihrer Box im Antilopenhaus.

„Das muss in der Nacht passiert sein“, sagte Zoo-Tierarzt Andreas Ochs der Berliner Morgenpost. Er tippt auf eine natürliche Todesursache, zumal Malindi mit 17 Jahren ein stattliches Alter erreicht hatte. „Das ist sehr alt. Schon 14, 15 Jahre sind ein hohes Alter für eine Giraffe. Es gibt wenige Tiere, die in Zoos die 20 erreichen. Und in freier Wildbahn werden sie sicherlich nicht so alt.“

In Kenia sind Netzgiraffen gefährdet. Der Bestand wurde innerhalb von 15 Jahren von 30.000 Tieren auf 5000 reduziert. Als Hauptgrund gilt die Jagd: Die Tiere werden getötet und verspeist.

Malindi hat körperlich zusehends abgebaut

Ochs berichtete, dass Malindi in den vergangenen Monaten muskulär stark abgebaut habe. „Das gibt es bei Menschen auch und wird Alterskachexie genannt.“ Demnach stellt sich der Stoffwechsel, der in der Jugend anabolisch, also aufbauend, arbeitet, im Alter auf eine katabolische Funktion um. „Der Körper zehrt von der Eigensubstanz, er baut ab und wird immer schwächer“, so Ochs.

Gewissheit über die Todesursache soll eine Sektion in der Uni-Tierklinik in Düppel bringen. Dorthin ist der Kadaver am Dienstag transportiert worden. Dann wird auch geklärt, was einige Tierpfleger vermutet hatten: dass Malindi trächtig gewesen sein könnte. „Das ist allerdings eine Hoffnung, die sich seit Jahren hartnäckig hielt, also viel länger als die rund 15 Monate, die eine Giraffe trächtig ist“, sagte Ochs. Angesichts ihrer 17 Jahre sei es seiner Meinung nach aber eher unwahrscheinlich gewesen, dass Malindi noch empfangen habe.

Nur noch drei Giraffen im Zoo zu sehen

Malindis Hinscheiden ist der zweite Todesfall unter den Netzgiraffen im Zoo innerhalb nicht mal eines Jahres. Im August 2012 musste der Bulle Narok mit sieben Jahren nach einem Schwächeanfall eingeschläfert werden. Jetzt gibt es nur drei Tiere zu sehen: Malindis im Jahr 2003 geborene Tochter Kibaya und zwei Jungtiere; das jüngste, ein Bullkalb, hat Kibaya am 20. Februar 2013 zur Welt gebracht. Die Herde im Tierpark ist größer. Dort sind zur Zeit neun Rothschild- bzw. Uganda-Giraffen zu sehen.

Kritik an Giraffenhaltung

Netzgiraffen sind die bekannteste der neun Unterarten der Giraffe und in deutschen Tierparks häufig zu sehen. Die Giraffenhaltung in Berlin hat immer wieder Kritik hervorgerufen. So bemängelte die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling Inzucht-Verpaarungen, die in freier Wildbahn nicht vorkämen und im Widerspruch zu den Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen sowie zu den Richtlinien der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) stünden, die Inzucht verbieten.