Berlin-Steglitz

Einkaufscenter an der Schloßstraße wollen kooperieren

Die Manager der Center „Forum Steglitz“, „Boulevard Berlin“ und „Das Schloss“ machen gemeinsame Sache. Ihr Ziel: Berlins zweitgrößte Einkaufsstraße gegen den Kudammn behaupten. Im Fokus: junge Kunden.

Foto: David Heerde

Drei Centermanager an der Steglitzer Schloßstraße haben sich zusammengeschlossen, um den Einkaufsstandort im Südwesten gemeinsam zu stärken. Eigentlich sind Oliver Mohr vom Einkaufscenter „Das Schloss“, Carsten Paul vom „Forum Steglitz“ und Jens Kirbach vom „Boulevard Berlin“ Konkurrenten, jeder sieht die Kundschaft am liebsten in seinem Center. Doch sie haben eines erkannt: „Es wäre ein Fehler, uns zu bekämpfen“, sagt Carsten Paul. Aus diesem Grund machen sie jetzt gemeinsame Sache.

Die Schloßstraße ist Berlins zweitgrößte Einkaufsstraße – nach dem Kudamm und Tauentzien. 1000 Läden einschließlich der Seitenstraßen, 5000 Parkplätze in Parkhäusern, zahlreiche Alleinstellungsmerkmale, also Labels die nur in der Schloßstraße zu finden sind, und die fertig umgebaute Straße mit breiteren Gehsteigen – das sind die Argumente, mit denen die Centermanager mehr Publikum in den Südwesten ziehen wollen.

30.000 Kunden kommen täglich ins „Boulevard Berlin“

Seit einem Jahr ist das „Boulevard Berlin“ als viertes Einkaufscenter auf der etwa ein Kilometer langen Einkaufsstraße geöffnet. Damit ist nach fast zehn Jahren erstmals die letzte Baustelle verschwunden. Allen vier Centern, so auch dem Schloss-Straßen-Center, das bereits in Friedenau liegt, gehe es gut, sagen die Centermanager. Etwa 30.000 Kunden kommen täglich ins „Boulevard“, am Sonnabend fast doppelt so viele. Künftig sollen es 40.000 sein, sagt Jens Kirbach.

Das ist nur zu schaffen, wenn mehr Besucher zur Schloßstraße kommen. So wollen die Centermanager nicht nur gemeinsam den Straßennamen als Einkaufsadresse bewerben, sondern sich auch auf Veranstaltungen präsentieren.

Das erste Event ist am 1. Juni zum Kindertag – an diesem Tag werden sie sich an einer Veranstaltung auf der Steglitzer Woche im Bäkepark beteiligen. Bereits geplant ist ein verkaufsoffener Sonntag am 6. Oktober, und auch an die Weihnachtsbeleuchtung wird bereits gedacht. „Wir wollen uns gegen den Kudamm behaupten“, sagt Jens Kirbach. Leider gäbe es nicht so viele Bäume in der Schloßstraße.

Schloßstraße soll mehr moderne Labels anziehen

Aber die drei haben auch eine Bestandsaufnahme gemacht, was noch fehlt. Sie wünschen sich mehr moderne Labels, damit mehr junge Leute den Weg in den Südwesten finden.

Oliver Mohr vermisst ein Parkleitsystem, um am Wochenende die Staus zu vermeiden. Er fände auch ein Fahrrad-Parkhaus gut, gerade weil es viele Studenten im Südwesten gibt. Kurzzeitig war davon die Rede, dass die Ausstellung „The Story of Berlin“, die aus dem Kudamm-Karrée ausziehen muss, in den Bierpinsel geht. Diese Idee ist vom Tisch. „Aber genau so etwas fehlt uns in der Schloßstraße“, sagt Kirbach.