Start-up-Boom

In Berlin werden nun auch die Büros knapp

Nach den Wohnungsmieten ziehen in Berlin nun auch die Büromieten an: Durchschnittlich zahlen Unternehmen 12,50 Euro pro Quadratmeter – 1,80 Euro mehr als 2009. Vor allem Start-ups suchen Räume.

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Nach den Wohnungen werden nun auch Büros in der Hauptstadt zur Mangelware. Das geht aus einer Analyse des Berliner Büromarktes hervor, die der Immobiliendienstleister „Engel&Völkers Commercial“ vorgelegt hat.

Der großflächige Büroleerstand, der nach dem Investitionsboom Anfang der 90er lange Jahre dafür sorgte, dass selbst in Toplagen ganze Gebäude verwaist waren, ist demnach erheblich zusammengeschrumpft. In bestimmten Segmenten zeichne sich gar ein deutlicher Angebotsmangel ab, so die Experten. Und genau wie bei den Wohnungsmieten lasse sich das knapper werdende Angebot an einem eindeutigen Indikator ablesen: Seit dem Jahr 2009 ziehen die Büromieten wieder deutlich an.

Spitzenmieten steigen in Berlin auf 23 Euro

Lag die Durchschnittsmiete vor vier Jahren noch bei 10,70 Euro pro Quadratmeter (kalt), werden nun 12,50 Euro verlangt und damit 1,80 Euro mehr. Bei den Spitzenmieten, die etwa an der Friedrichstraße und am Potsdamer Platz verlangt würden, sieht die Entwicklung nach Angaben der Experten ähnlich aus: Büroräume werden inzwischen mit 23 Euro pro Quadratmeter gehandelt. 2009 waren es noch 20,10 Euro. Die wenigen neu gebauten Büros würden gegenwärtig mit Mieten ab 16,50 Euro realisiert.

„Die Hauptstadt hat spürbar an Arbeitsplätzen dazugewonnen, und wir erwarten, dass sich dieser positive Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird“, schreiben die Analysten. Zu diesem Erfolg hätten ganz wesentlich auch die rund 2500 Start-ups beigetragen. Allein in der lokalen IT-Branche sei die Beschäftigtenzahl 2012 um acht Prozent auf etwa 64.000 gestiegen.

Start-ups sorgen für Preisanstieg bei kleineren Büros

Weil die jungen, im Aufbau befindlichen Unternehmen vor allem kleine Büroräume suchen, bekommen sie das knapper werdende Angebot als erste zu spüren. Besonders im kleinteiligen Flächensegment unter 1000 Quadratmeter, heißt es in der Studie, habe es im Vergleich zum Vorjahr einen enormen Nachfrageschub gegeben. 85 Prozent aller Abschlüsse wurden in der Größenklasse unter 1000 Quadratmeter registriert, davon alleine 61 Prozent unter 500 Quadratmeter.

„Dass die Preise verstärkt von unten anziehen, zeigt sich deutlich in gefragten Lagen und Immobilen wie den Fabriklofts im Spreeraum“, schreiben die Büro-Experten. Im Durchschnitt seien die Preise bei Neuvermietung hier um 30 Prozent gestiegen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Berlin 580.000 Quadratmeter Bürofläche neu vermietet – zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Ende des Jahres standen mit rund 1,3 Millionen Quadratmetern rund 7,2 Prozent der Büroflächen leer. 2005 betrug die Quote noch 9,3 Prozent. Vom Leerstand betroffen seien indes hauptsächlich veraltete Büroflächen in unattraktiven Randlagen.