Öffentlicher Dienst

Was Sie über den Streik in Berlin wissen müssen

Tausende Angestellte im öffentlichen Dienst legen an diesem Mittwoch in Berlin die Arbeit nieder. Auch Kitas sind betroffen, Falschparker könnten besonderes Glück haben.

Foto: Stephanie Pilick / dpa

An diesem Mittwoch streiken in Berlin Lehrer, Erzieher, Angestellte in Ämtern und Hochschulen, bei Polizei und Feuerwehr ganztägig. Bereits am Morgen geht es los.

In den Verhandlungen des Tarifvertrages der Länder kämpfen die Angestellten um 6,5 Prozent mehr Gehalt.

Wie viele Schulen sind von dem Streik betroffen?

Nach Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW sind die Hälfte aller 800 Schulen vom Streik betroffen. Insgesamt arbeiten an den öffentlichen Schulen 8000 angestellte Lehrer. Die übrigen der insgesamt 28.000 Lehrer sind verbeamtet. Beim letzten Streik am 18. Februar beteiligten sich 5000 Lehrer. „Wir gehen davon aus, dass dieses Mal noch mehr mobilisiert werden“, sagt Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW in Berlin.

Werden Schulhorte und Kitas bestreikt?

Ja, zum Streik aufgerufen sind auch angestellte Erzieher an den Schulhorten. Auch hier wird mit hoher Beteiligung gerechnet. Nicht betroffen sind Grundschulhorte, die in Hand von freien Trägern sind. Die Kinder werden auf jeden Fall bis 13.30 Uhr in der Schule betreut. Sollte es danach Einschränkungen geben, wurden die Eltern vorab informiert. Die GEW und Ver.di haben auch Kita-Erzieher zum Streik aufgerufen. Allerdings sind nur die 6000 Erzieher in den kommunalen Eigenbetrieben Angestellte des Landes. Kitas von freien Trägern berührt der Streik nicht. Im Kita-Eigenbetrieb Süd-West beispielsweise bleiben 25 der insgesamt 37 Kitas ganz geschlossen. In den Elternbriefen wurde darüber informiert. Es werden in diesen Fällen Notbetreuungen angeboten.

Warum streiken die Pädagogen nicht am Nachmittag, um Eltern und Schüler nicht zu belasten?

Pädagogen würden sich immer den Eltern und Kindern gegenüber verantwortlich fühlen, sagt Doreen Siebernik von der GEW. Gleichzeitig müssten sie aber ihr Recht als Arbeitnehmer wahrnehmen. Es gehe um wichtige Forderungen, und von den Arbeitgebern gebe es bisher kein Angebot. Deshalb müsse der Streik ein deutliches Zeichen setzen.

Was sagen die Eltern?

Nach Angaben des Landeselternausschusses gibt es bei den Eltern Verständnis dafür, dass die angestellten Lehrer und Erzieher von ihrem Streikrecht Gebrauch machen. Protest habe es nur gegeben, wenn die betroffenen Schulen oder Horte in Einzelfällen zu kurzfristig über die Arbeitskampfmaßnahmen informierten.

Wo wird noch gestreikt?

Neben den Pädagogen streiken Beschäftigte der Landes-, Bezirks- und Ordnungsämter, des Straßenverkehrsdienstes, Arbeitnehmerbereiche der Polizei, der Feuerwehr und des Justizvollzugs. In diversen Bereichen des öffentlichen Dienstes, etwa in Bürgerämtern oder Zulassungsstellen ist mit Einschränkungen zu rechnen.

Gibt es am Mittwoch keine Knöllchen?

Die Gewerkschaft der Polizei rechnet mit großer Streik-Beteiligung auch bei Ordnungsamts- und Bezirksmitarbeitern, ebenso bei Objektschützern der Polizei oder Angestellten in den sechs Polizeidirektionen. Ganz zum Erliegen kommt die öffentliche Ordnung dadurch aber nicht. Es werden weiter Knöllchen geschrieben, wenn auch wohl weniger. Auch Berlins Botschaften werden weiterhin bewacht, hier springen etwa Streifenbeamte ein.

Geht der Streik noch weiter?

Der Warnstreik findet unmittelbar vor der dritten Verhandlungsrunde statt. Das soll Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Einzelne Bereiche bei Polizei und Feuerwehr werden auch am Donnerstag noch bestreikt.