Übergriff auf Kinder

Pankow verstärkt Sicherheit an Grundschule

Auf Toiletten der Grundschule am Falkplatz in Pankow sollen Kinder von Unbekannten belästigt worden sein. Die Polizei nimmt die Fälle ernst.

Schüler, Eltern und Lehrer der Grundschule am Falkplatz in Berlin-Pankow sind stark verunsichert. Auf der Schultoilette sollen im Februar mehrmals Kinder von einem oder mehreren verschiedenen Männern angesprochen und belästigt worden sein.

Vier Anzeigen sind bisher bei der Polizei eingegangen. Der jüngste Übergriff geschah am vergangenen Donnerstag. Zwei Schülerinnen hatten die Toilettenräume am Vormittag gemeinsam aufgesucht, wie es für die Schüler verabredet wurde.

Während das eine Mädchen in eine Kabine ging, wartete seine Freundin im Vorraum. Auf einmal soll sich laut Aussage der Schülerin in der Kabine ein Mann von einer Nachbarkabine hinübergebeugt und sie an der Schulter angefasst haben. Die beiden Mädchen rannten daraufhin zu ihren Lehren.

Polizei nimmt die Fälle ernst

In den vorangegangenen Wochen wollen zudem zwei Jungen einen fremden Mann beobachtet haben. Ein Schüler berichtete seinen Lehrern und der Polizei, dass er ebenfalls auf der Toilette angesprochen worden sei.

Ein anderer Junge ist nach Angaben der Polizei außerhalb des Schulgebäudes von einem Fremden angesprochen worden. Die erste Anzeige ging bei der Polizei bereits am 15. Februar ein. An dem Tag traf eine Schülerin in der Schultoilette auf einen Mann, der sie am Arm berührt haben soll.

„Wir nehmen die Fälle ernst“, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Allerdings ermittle die Polizei nicht wegen Sexualstraftaten, sondern wegen Nötigung und Hausfriedensbruchs. „Bei keinem Vorfall handelte es sich um sexuelle Übergriffe“, so Redlich.

Die Polizei habe den Schülern, Eltern und Lehrern Präventionshinweise und Tipps gegeben. So sollen die Schüler immer nur zu zweit auf die Toilette gehen. Sinnvoll sei es auch, die Schule am Morgen von innen zu verschließen, sobald alle Schüler eingetroffen seien. Zudem haben Polizeibeamte mit den Schülern Schreien geübt, damit die Kinder im Notfall laut genug um Hilfe rufen können.

„Berliner Schulen sind nicht sicher genug“

Der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Günther Peiritsch, kritisierte, dass die Berliner Schulen nicht sicher genug seien. Diesbezüglich müsse mehr getan werden, sagte er.

CDU-Schulpolitiker Stefan Schlede betonte indes, dass die CDU bereits vor einem Jahr ein Sicherheitsprogramm für Schulen vorgelegt habe. „Wir fordern zentrale Schließanlagen, Video-Gegensprechanlagen für Sekretariate und einen Pförtnerdienst, der für die Personenkontrolle verantwortlich ist“, so Schlede. Der entsprechende Antrag liege noch immer zur Bewertung bei der SPD. „Wir dringen jetzt auf schnelle Bearbeitung, damit endlich darüber entschieden werden kann“, sagte Schlede.

Die für Pankow zuständige Bildungsstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) wollte sich aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht zum Fall äußern. Bis Montag sei aber ein Sicherheitskonzept für die Schule ausgearbeitet, sagte sie. „Wir planen, für einige Zeit einen zusätzlichen Mitarbeiter in die Schule zu schicken, der tagsüber dort aufpassen soll.“ Einen ständigen Wachschutz wie es ihn an einigen Neuköllner Schulen gibt, lehnt die Bildungsstadträtin aber ab. „Schulen sollten nicht zur Festung ausgebaut werden“, sagte sie.

Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), betonte, dass es wichtig sei, jetzt alle Nachbarschulen entsprechend zu informieren. „Unsere Verwaltung wird in der kommenden Woche Krisenpsychologen in die Schule schicken.“

Zudem habe die Polizei bereits ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Mit den Eltern sei die Regelung getroffen worden, dass diese ihre Kinder nicht in die Schule begleiten, damit dort schulfremde Personen sofort identifiziert werden können. Lehrer und Erzieher sollen außerdem Namensschilder tragen.