Mitte/Prenzlauer Berg

Am Mauerpark sollen Hunderte Wohnungen entstehen

Nördlich des Tunnels am Mauerpark sollen auf 3,5 Hektar Miet- und Eigentumswohnungen gebaut werden - weniger als die geplanten 600 Einheiten.

Foto: Maja Hitij / dapd

Ein bekannter Berliner Projektentwickler, die Groth Gruppe, hat das 3,5 Hektar große Grundstück nördlich des Gleimtunnels von der CA Immo gekauft. Dort soll ein neues Wohnquartier entstehen. Es ist Bestandteil eines Vertrages der CA Immo mit dem Land Berlin und dem Bezirksamt Mitte. Er wurde im Sommer 2012 unterzeichnet.

Diesem Vertrag gemäß wird der Mauerpark an der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Mitte schrittweise von acht auf insgesamt 15 Hektar erweitert. Die CA Immo als Grundstückseigentümer gibt diese Flächen an Berlin ab und bekommt dafür Baurecht für das neue Wohnquartier. Sie hatte bereits erste Planungen dafür entwickelt, nun aber das Baugelände veräußert. "Eine gänzlich andere Gestaltung wird es für die Fläche nicht geben. Wir sind im städtebaulichen Vertrag an das Konzept vom Architekturbüro Lorenzen gebunden", sagte Firmenchef Klaus Groth auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Dieses Konzept werde nun überarbeitet "und nach unseren Vorstellungen qualifiziert."

Innenhöfe der geplanten Häuser sollen größer werden

Die bislang sehr klein geplanten Innenhöfe der Häuser sollen größer werden "und dadurch mehr Wohnqualität bekommen." 600 Wohnungen waren von CA Immo vorgesehen. "Die von uns vorgesehenen Änderungen werden zu einer gewissen Reduzierung führen", sagte Groth. Vier Architekten arbeiten von dieser Woche an daran, die Qualität der Wohnungsplanung zu verbessern, gemeinsam mit dem Büro Lorenzen. Außerdem ist ein Landschaftsarchitekt damit beschäftigt, die Außenanlagen zu entwerfen.

Ein wichtiger Punkt sei die neue Straße im Wohnquartier. "Sie ist nach bisherigen Plänen nur auf einer Seite mit einem Bürgersteig versehen", sagte Groth. "Aber was ist, wenn Eltern mit Kinderwagen dort entlang kommen? Oder Menschen im Rollstuhl?" Die Straße sei im Vertrag festgeschrieben. Aber man müsse sehen, dass sie der Qualität entspricht, "die die Bewohner dort erwarten dürfen". Im neuen Quartier am Mauerpark soll es eine soziale Durchmischung der Mieter geben. Etwa die Hälfte der neu gebauten Wohnungen wird vermietet, die anderen werden Eigentumswohnungen. Man werde sehen, ob sich Baugruppen am Projekt beteiligen oder eine Genossenschaft.

Keine Angaben zur Miethöhe

Es werde unterschiedlich hohe Mieten geben. Doch Zahlen könne man noch nicht nennen, sagte Groth. 150 Millionen Euro will die Groth Gruppe investieren. Ende März 2014 soll der Bebauungsplan, den die Groth Gruppe jetzt gemeinsam mit dem Bezirksamt Mitte entwickelt, fertig sein. Bis zum Jahr 2017 könnte das Quartier dann stehen.

Klaus Groth kennt die Vorbehalte aus Pankow gegen das neue Wohngebiet. Der Projektentwickler weiß, dass die Baufahrzeuge nicht über Prenzlauer Berg auf die Baustelle für sein neues Wohnquartier fahren dürfen. "Das ist so", sagte er. "Das steht so im Vertrag." Eine Ausnahme gebe es nur im Notfall, etwa wenn Krankenwagen im Einsatz sind.

Bürgerinitiativen engagieren sich für den Mauerpark

Der Unternehmer weiß auch von den Bürgerinitiativen, die sich für den Mauerpark engagieren und die Bebauung teilweise oder gänzlich ablehnen. Groth sagte, er habe viele Ratschläge bekommen, das Bauprojekt nicht zu realisieren. "Ich finde es aber spannend."

Er kündigte an, dass er mit den verschiedenen Interessengruppen am Mauerpark reden will. "Wir werden sie einladen, aber erst, wenn wir mit der Überarbeitung der Planung fertig sind. Ich hoffe, dass wir Ende Januar soweit sind." Der Verein der Freunde des Mauerparks hofft auf eine Zusammenarbeit mit der Groth Gruppe. "Mit einem konkret benannten Investor kann man konkret in die Planung einsteigen", sagte Vereinsvorsitzender Alexander Puell. "Wir sind dabei, Kontakt mit ihm aufzunehmen, um ein Sondierungsgespräch zu führen."

Mauerpark-Verein setzt sich für Kinderbauernhof ein

Dem Verein sei wichtig, dass dort, wo das neue Wohngebiet entsteht, das sogenannte grüne Band an der einstigen innerdeutschen Grenze nicht eingeengt werde. Ein Mindestabstand der Wohnungen von 25 Metern bis zur Bezirksgrenze sei wünschenswert. Auch die Zukunft des Kinderbauernhofes im nördlichen Mauerpark müsse gesichert werden, sagte Puell. "Es ist zu befürchten, dass sich die neuen Anwohner durch Kinder und Tiere gestört fühlen."

Der Verein beschäftigt sich nun damit, wie der vergrößerte Mauerpark gestaltet wird. Ende Januar dieses Jahres wird es dazu eine öffentliche Informationsveranstaltung geben. Im neuen Teil des Mauerparks soll es vor allem Angebote für Familien aus der Umgebung geben. Gemeinschaftsgärten sind vorgeschlagen, und ein so genanntes Platzhaus für kulturelle Angebote soll es ebenfalls geben.

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