Wirtschaftssenatorin

Berliner CDU nominiert Cornelia Yzer einstimmig

Die Union in der Hauptstadt stellt sich geschlossen hinter die designierte Wirtschaftssenatorin. Am Donnerstag soll sie vereidigt werden.

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Cornelia Yzer lässt ahnen, warum sie in ihrer früheren Karriere als Cheflobbyistin der deutschen Pharmawirtschaft den Spitznamen „Generalin“ hatte. Als sich die 51-Jährige am Montagabend auf einem kleinen Parteitag der Berliner CDU vorstellt, um als künftige Wirtschaftssenatorin nominiert zu werden, macht sie ganz deutlich, welchen Führungsanspruch sie mit ihrem neuen Amt verbindet. Zu Wirtschaftspolitik gehöre es nicht nur, den Dialog mit allen Akteuren in der Stadt anzufangen, sagt Yzer. „Ich will den Dialog nicht nur führen, sondern anführen.“

Am Donnerstag soll Yzer im Abgeordnetenhaus als Nachfolgerin der jüngst ausgeschiedenen Sybille von Obernitz (parteilos) vereidigt werden. Vor knapp 14 Tagen präsentierte Landeschef Frank Henkel die Ex-Lobbyistin, Ex-Parlamentarische Staatssekretärin und Ex-Bundestagsabgeordnete. Der Landesverband sollte Yzer nun offiziell als designierte Senatorin nominieren.

CDU stärkt Henkel den Rücken

Sie wolle in Berlin präsent sein, den Investitionsstandort vermarkten und das Wirtschaftswachstum beschleunigen, sagt Yzer bei ihrer Vorstellung vor ihrem neuen Landesverband – Yzer ist erst seit wenigen Tagen Mitglied der Berliner CDU, zuvor war sie stets ihrem Heimatverband im Sauerland treu. „Diese Stadt ist tagtäglich voller Wirtschaftsdelegationen“, sagt Yzer. „Ich will dafür sorgen, dass sie künftig nicht nur das Bundeswirtschaftsministerium und das Kanzleramt besuchen, sondern auch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, um zu sehen, ob sie am richtigen Ort sind.“ Als Wirtschaftssenatorin wolle sie kritisch bestehende Strukturen prüfen, kündigt Yzer an. So wolle sie für effizientes Management der landeseigenen Unternehmen sorgen. Die öffentliche Beteiligung an Unternehmen sei „kein Selbstzweck“, sagt Yzer. „Wir werden jeden Einzelfall prüfen.“ Der Berliner CDU scheint das zu gefallen, Yzer wird erwartungsgemäß einstimmig nominiert.

Den meisten Applaus bekommt allerdings ein anderer. Es ist Frank Henkel, dem seine Partei symbolisch an diesem Abend den Rücken stärkt. „Wir stehen hinter dir“, ruft Generalsekretär Kai Wegner dem Innensenator zu, der seit zehn Tagen öffentlich in der NSU-Affäre unter Druck steht.