Nahverkehr

Streikgefahr - Bei der BVG droht ein neuer Tarifkonflikt

Ver.di fordert die 38-Stunden-Woche, dauerhafte Anstellung der Azubis und Urlaubszuschuss. Sollten man sich nicht einigen, könnte Anfang 2013 gestreikt werden.

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) droht ein neuer Tarifstreit. Die Gewerkschaft Ver.di hat den Manteltarifvertrag mit dem landeseigenen Unternehmen fristgemäß zum Jahresende gekündigt. Zugleich verabschiedete die Tarifkommission der Gewerkschaft einen weitreichenden Katalog mit Forderungen. Gibt es bei Verhandl ungen keine Einigung darüber, könnte es Anfang 2013 erneut zu Streiks im öffentlichen Nahverkehr kommen.

Im Unterschied zu den Entgeltvereinbarungen mit konkreten Lohnzusagen sind im Manteltarif die allgemeinen Bedingungen festgelegt, zu denen die mehr als 12.500 Mitarbeiter der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport (BT) beschäftigt werden. Die Ver.di-Tarifkommission fordert nun unter anderem, dass die Arbeitszeit für alle Beschäftigten bei vollem Lohnausgleich auf 38 Stunden pro Woche vereinheitlicht wird. Derzeit haben sogenannte Alt-Beschäftigte, die von der BVG vor 2005 eingestellt wurden, eine 36,5-Stunden-Woche. Sie müssten künftig 1,5 Stunden pro Woche mehr arbeiten, erhielten dann jedoch mehr Geld. Jüngere haben eine 39-Stunden-Woche. Sie könnten künftig eine Stunde weniger arbeiten, ohne dabei Lohn einbüßen zu müssen.

Ver.di fordert außerdem, dass in Zukunft alle Auszubildenden, die ihre Lehre erfolgreich beenden, von der BVG dauerhaft angestellt werden. Gegenwärtig würden nur etwa 60 Prozent der in kaufmännischen und technischen Berufen Ausgebildeten nach 366 Tagen unbefristet übernommen, so Ver.di. Eine weitere Forderung der Gewerkschafter ist, dass der 31. Dezember generell als arbeitsfreier Tag gilt. Diejenigen, die an diesem Tag arbeiten müssten, hätten dann Anspruch auf Lohn-Zuschläge und Freizeitausgleich.

Für heftigeren Streit dürfte die erneute Forderung der Gewerkschafter nach einem Urlaubszuschuss sorgen. Der Zuschuss von 400 Euro pro Jahr soll zusätzlich zum Urlaubsgeld gezahlt werden, Anspruch darauf sollen aber nur Ver.di-Mitglieder haben. Mit einer ähnlichen Forderung war Ver.di bereits bei den Tarifgesprächen vor einem Jahr gescheitert.

Laut Sprecherin Petra Reetz ist die BVG-Spitze grundsätzlich gesprächsoffen. Für Stellungnahmen zu den einzelnen Forderungen sei es aber noch zu früh.