Lenau-Grundschule

Klassen mit Migranten und Deutschen neu gemischt

Die Eltern der neu eingeschulten Kinder an der Berliner Lenau-Schule erfahren am Montag, wie es weitergeht wird. Viele sind verärgert.

Foto: Marion Hunger

Eltern, die ihre Kinder in der Kreuzberger Lenau-Grundschule eingeschult haben, sind verunsichert. Ihre Kinder, die sich gerade mit der Situation an der Schule vertraut gemacht haben, sollen nun aus dem Gruppenverband wieder herausgenommen werden, weil die Klassen neu gemischt werden müssen. Am Montag werden sie erfahren, wie es weitergehen soll. Viele sind verärgert.

Die Probleme an der Lenau-Schule zeigen, wie schwierig es an Berliner Grundschulen oft ist, alle Kinder gut zu fördern und in Klassen zu unterrichten, in denen eine ausgewogene ethnische Mischung der Schülerschaft herrscht. An der Lenau-Schule hatten in der vergangenen Woche vor allem türkische Eltern dagegen protestiert, dass es in der Schulanfangsphase eine Gruppe gibt, die fast nur aus deutschen Kindern besteht, während in der anderen Gruppe vor allem Kinder türkischer und arabischer Herkunft lernen sollen. Die Bildungsverwaltung ordnete daraufhin an, dass die Klassen neu gemischt werden müssen.

Markus Münch, dessen Sohn im vergangenen Schuljahr an der Lenau-Grundschule eingeschult worden ist, versteht den Ärger der Migranten-Eltern. „Die Schulleitung hat bei der Zusammensetzung der Gruppen einen Fehler gemacht“, sagt er. Auch die deutschen Eltern seien nicht froh darüber gewesen, als sie vor den Sommerferien erfahren hätten, wie die Gruppen eingeteilt worden sind.

Kinder nicht mehr angemeldet

„Wir wollten die typische Kreuzberger Mischung“, sagt Münch. Das sei ein Miteinander aller Nationen. Das habe sich aber in den Gruppen nicht mehr dargestellt. Eine neue Zusammensetzung sei deshalb unerlässlich. Hintergrund des Dilemmas an der Kreuzberger Grundschule ist, dass bildungsbewusste Eltern ihre Kinder wegen des hohen Migrantenanteils in den vergangenen Jahren dort nicht mehr angemeldet haben. Eine Entwicklung, der viele Brennpunktschulen in Berlin entgegenzusteuern versuchen. Eltern waren dann 2010 auf die Idee gekommen, ganze Kita-Gruppen an der Lenau-Schule anzumelden. Die Schulleitung sagte zu, diese Gruppe einer Klasse zuzuteilen. Da stimmte die Mischung noch. Doch in diesem Jahr wollten Eltern einer Gruppe, die nur aus deutschen Kindern bestand, unbedingt in eine bestimmte Klasse. Die Schulleitung stimmte wieder zu, offenbar ohne zu beachten, dass dann fast nur noch deutsche Schüler in der Gruppe waren.