BVG-Gewalt

Jugendgang schlägt 16-jährigen Berliner in Bus zusammen

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Michael Behrendt

Foto: dpa

Mit einer Platzwunde wurde das Opfer ins Krankenhaus gebracht. Das Überwachungsvideo aus dem BVG-Bus wird ausgewertet.

Die Serie brutaler Attacken in öffentlichen Verkehrsmitteln reißt nicht ab. Wie die Polizei mitteilte, ist am Montagabend ein 16-Jähriger in einem Bus in Mariendorf von sieben bislang Unbekannten angegriffen und schwer verletzt worden.

Prügel mit Totschläger

Gegen 18.40 Uhr saß Samuel H. im Oberdeck des Busses der Linie 282, als er plötzlich von den Jugendlichen verbal angegangen und beleidigt wurde. Daraufhin wechselte er den Platz. An der Haltestelle Kaiserstraße eskalierte die Situation. Das Opfer wurde mehrfach ins Gesicht geschlagen und in den Schwitzkasten genommen. Als sich der 16-Jährige wehrte, zog einer der Angreifer einen Schlagstock und traf Samuel H. damit an der Stirn. Eine Zeugin hatte in der Zwischenzeit den Busfahrer alarmiert, der sich sofort ins Oberdeck begab. Die Täter konnten die Türen öffnen und die Flucht ergreifen. Alarmierte Rettungskräfte versorgten vor Ort die stark blutende Wunde des Jugendlichen und legten einen Druckverband an. Anschließend wurde der Verprügelte in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Die Ärzte dort diagnostizierten neben zahlreichen Hämatomen am Körper und Schwellungen im Gesicht auch eine Platzwunde an der Stirn, die von dem Hieb mit dem Totschläger stammt. Sie musste genäht werden, dann konnte der 16-Jährige entlassen werden.

Veröffentlichung der Überwachungsbilder

Augenzeugen berichteten der Kriminalpolizei, dass es sich bei den Tätern um zwei Russen und fünf Türken handeln soll. Genauere Beschreibungen liegen nicht vor. Trotzdem verspricht sich die Polizei einen schnellen Fahndungserfolg – denn die Beamten konnten sich das Videomaterial aus der Überwachungskamera des Busses sichern. Dieses werde jetzt ausgewertet, so ein Sprecher. Umfeldermittlungen würden zuerst durchgeführt werden, möglicherweise wird in den kommenden Tagen auch die Bevölkerung in die Ermittlungen einbezogen, indem die Fotos veröffentlicht werden. In der Vergangenheit hatte die Polizei gerade mit der Verbreitung von solchen Überwachungsbildern große Fahndungserfolge erzielen können. So hatten beispielsweise erst vor wenigen Tagen drei mutmaßliche Vergewaltiger dem Druck nachgegeben und sich gestellt.