Bildung

Scheeres will ältere Lehrer weniger unterrichten lassen

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Regina Köhler

Wegen 1550 dauerkranker Pädagogen plant die Bildungsverwaltung Altersermäßigungen für Pädagogen und eine Umfrage unter Lehrern in Mitte.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will wieder eine Altersermäßigung für Lehrkräfte einführen. Geplant ist, dass Lehrer ab 60 Jahren pro Woche drei Stunden weniger unterrichten. Beate Stoffers, Sprecherin von Senatorin Scheeres, bestätigte Morgenpost Online, dass es momentan Verhandlungen diesbezüglich gibt. „Über laufende Gespräche können wir aber nichts sagen“, so Stoffers weiter.

Anlass für das Vorhaben der Senatorin ist die ständig steigende Zahl dauerkranker Lehrer. Zurzeit sind 1550 Pädagogen langzeiterkrankt. Das sind fast doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Scheeres will mit der Altersermäßigung außerdem den von der Koalition geplanten Wegfall der Lehrerarbeitszeitkonten ausgleichen. Diese Konten sind 2003 eingeführt worden, um eine Arbeitszeitverlängerung für Lehrer abzufedern. Vollbeschäftigte Pädagogen können seitdem pro Schuljahr fünf Arbeitstage „ansparen“, ausbezahlt wird am Ende des Berufslebens. Vielen Lehrern waren auf diese Weise seit 2003 rund 40 Arbeitstage gutgeschrieben worden, sie konnten bereits im März oder April in Pension gehen. Für die jeweilige Schule war das schwierig, weil mitten im Schuljahr kaum Ersatz zu finden war. Die Koalition beschloss deshalb die Abschaffung dieser Arbeitszeitkonten.

Sigrid Baumgardt, Chefin der Lehrergewerkschaft GEW, betonte, dass die Altersermäßigung für Lehrkräfte seit Jahren von der GEW gefordert wird. „Wir wollen altersgerechte Arbeitsbedingungen, wozu Altersermäßigung und Altersteilzeit gehören, damit auch Lehrer und Erzieher es schaffen, die Altersgrenze zu erreichen, und nicht vorher krank werden“, sagte Baumgardt.

Auch die Bildungsverwaltung will das Gesundheitsmanagement für Lehrer stärken. Sprecherin Beate Stoffers sagte, dass man herausfinden wolle, welche Ursachen zu Dauererkrankungen bei Lehrern führen und wie das verhindert werden könne. „Wir bereiten gerade eine Umfrage im Bezirk Mitte vor“, sagte Stoffers. Lehrer würden demnächst stichprobenartig zu ihren Arbeitsbedingungen befragt werden.

Staatssekretär Mark Rakles (SPD) sei zudem mit Pädagogen im Gespräch, die aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Schuldienst ausgeschieden sind. Er wolle herausfinden, was dazu geführt hat, dass diese Pädagogen den Lehreralltag nicht mehr geschafft haben, sagte Stoffers. Die Hinweise aus dieser Befragung würden ebenfalls in das Gesundheitsmanagement einfließen.