Neubaupläne

SPD verweigert Geld für Schauspielschule Ernst Busch

Die SPD-Fraktion lässt die Pläne platzen, weil sie ihr zu teuer geworden sind. Die Suche nach einem Standort geht in die nächste Runde.

Foto: DAPD

Die künftige Ausgestaltung der renommierten Schauspielschule Ernst Busch in Berlin ist weiter offen. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses lehnte die bisherige Finanzplanung am Freitagabend ab. Der Senat müsse diese nun überarbeiten, sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Torsten Schneider. Dann werde sich der Hauptausschuss erneut mit der Sache befassen.

Im Haushaltsentwurf des rot-schwarzen Senats sind knapp 36,5 Millionen Euro für das Projekt vorgesehen. Die SPD-Fraktion lehnt den Plan in dieser Form ab, weil er mit einer Kostensteigerung von zwei Millionen Euro verbunden sei. Ursprünglich waren 28 Millionen Euro für die Schule vorgesehen. Die SPD-Fraktion habe bereits einer Steigerung auf 34 Millionen Euro zugestimmt, so Schneider. Mehr will sie nicht genehmigen.

Wowereit stellte sich den Fragen

Unklar ist bislang, was mit dem Geld realisiert werden soll. Studenten und die Berliner Theaterchefs Frank Castorf, Ulrich Khuon, Armin Petras, Claus Peymann und Jürgen Schitthelm favorisieren einen zentralen Standort für die Schauspielschule – und damit einen Neubau an der Chausseestraße. Darüber sprach am Sonnabend auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vor der Verleihung des Theaterpreises am Haus der Berliner Festspiele mit Studenten der Schauspielschule.

Diskutiert wird die möglicherweise preiswerte Variante, die bestehenden vier Standorte zu sanieren. Am 14. Juni soll das Abgeordnetenhaus endgültig über die Zukunft der Ernst-Busch-Hochschule entscheiden. Damit geht die Suche nach einem geeigneten Standort für die Schauspielschule in die nächste Runde. Seit zehn Jahren streiten die Schule und die Berliner Landespolitik über die Zukunft des Hauses. Zuletzt standen drei Standorte zur Auswahl. Der Hauptausschuss hatte die Senatskulturverwaltung aufgefordert, den Umzug der Hochschule in die landeseigenen Gebäude des stillgelegten früheren Flughafens Tempelhof zu prüfen. Außerdem waren ehemalige Studios des DDR-Fernsehens in Adlershof im Gespräch. Am Ende entschieden sich die Haushälter für die Opernwerkstätten an der Chausseestraße. Doch diese Entscheidung ist jetzt wieder hinfällig.

Die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin (HFS) geht zurück auf die von Max Reinhardt 1905 gegründete Schauspielschule des Deutschen Theaters zu Berlin. Das DDR-Kulturministerium ließ die Schauspielschule im Ortsteil Niederschöneweide 1951 neu entstehen. 1981 erhielt sie den Status einer Hochschule und den Namen des ein Jahr zuvor gestorbenen Sängers und Schauspielers Ernst Busch.