Berlin-Mitte

Anwohner wollen Leipziger Straße attraktiver machen

Damit die mehrspurige Leipziger Straße in Berlin-Mitte sicherer und schöner wird, suchen Anwohner, Händler und Politiker nach Ideen.

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Wie können die viel befahrene Leipziger Straße und der Spittelmarkt attraktiver für Fußgänger und Radfahrer werden? Darüber haben Anwohner, Händler und Hoteliers am Freitag mit Politikern und Tourismusexperten diskutiert. Erste Vorhaben sollen in den kommenden Monaten realisiert werden. Zum Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz sei ein Gutachten angefertigt worden, sagte Stadtentwicklungsstadtrat Carsten Spallek (CDU). Es enthalte Vorschläge zur Umgestaltung der Fläche. Für diese Umgestaltung, so der Stadtrat, könnte Geld aus dem Plätze-Programm des Senats beantragt werden.

Weil viele Radfahrer den Fußweg an der Leipziger Straße nutzen, kommt es oft zu Konflikten mit Passanten. „Deshalb wollen wir einen Angebotsstreifen für Radler auf der Fahrbahn markieren, zwischen der äußeren Fahrspur und den parkenden Autos“, sagte der Stadtrat. „Dafür müssen wir nur die Markierungen ändern.“ Der Streifen solle in beiden Fahrtrichtungen angelegt werden. Dies könne allerdings erst geschehen, wenn die Haushaltssperre für den Bezirk aufgehoben sei.

Anwohner und Gewerbetreibende fordern außerdem, dass der Fußgängertunnel unter der Leipziger Straße instand gesetzt werden soll. „Er ist in einem erbärmlichen Zustand“, sagte Spallek, aber für den Tunnel sei die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zuständig. Es gebe auch die Idee, die Unterführung von Künstlern ausgestalten zu lassen, sagte Thomas Koch, Sprecher des Stadtteilaktivs Spittelkolonnaden. „Wir haben bereits Sponsoren dafür.“ Der Tunnel solle langfristig durch eine neue Ampel ersetzt werden, um die nördliche und die südliche Seite der Leipziger Straße besser zu verbinden.

Ein weiterer Vorschlag: Dort, wo die Markgrafenstraße zwischen Krausenstraße und Leipziger Straße unterbrochen ist, soll ein Weg für Fußgänger und Fahrradfahrer angelegt werden, der Markgrafenweg. Doch dafür fehle dem Bezirksamt das Geld, sagte Stadtrat Spallek. Die Anwohner und Händler wollen sich mit ihren Ideen und Projekten auch an das Abgeordnetenhaus und die Senatsverwaltungen wenden. „Wir werden uns untereinander stärker vernetzen und Lobbyarbeit betreiben“, sagte Thomas Koch. Erste Erfolge des Anwohnerengagements seien bereits sichtbar.