Kriminalität

Innensenator Henkel sorgt sich um Sicherheit in Berlin

Die Unsicherheit in Berlin nimmt zu: Angesichts einer gestiegenen Kriminalität sieht Innensenator Frank Henkel dringenden Handlungsbedarf.

Innensenator Frank Henkel (CDU) hat sich angesichts der gestiegenen Kriminalität in Berlin beunruhigt gezeigt. Zwar sei die Hauptstadt im europäischen Vergleich eine der sichersten Metropolen, sagte Henkel am Montag. „Aber einige Punkte geben Anlass zur Besorgnis“, so der Senator. Anlass für seine Sorge ist die am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses offiziell vorgestellte Kriminalstatistik 2011. Teile der Statistik waren vorab bekannt geworden. Danach stieg die Zahl der Verbrechen im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent auf 494.385 Straftaten. Demgegenüber sank die Aufklärungsquote um 2,3 Prozent auf nun 46,1 Prozent. Vor allem im Bereich des Diebstahls und bei der Zahl der Wohnungseinbrüche wurde eine deutliche Zunahme registriert.

11.006 Einbrüche

Die Polizei führt den starken Anstieg bei den Diebstahlsdelikten im vergangenen Jahr unter anderem auf mehr kriminelle Banden aus Osteuropa zurück. Vor allem bei den Wohnungseinbrüchen seien solche Täter verstärkt festgestellt worden, sagte die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers. 2011 registrierten die Sicherheitsbehörden laut der jüngsten Kriminalstatistik 11.006 Einbrüche und damit 2293 mehr (+26,3 Prozent) als noch im Jahr 2010.

„Der Trend dürfte auch mit der Entwicklung Berlins zu einer immer beliebteren Metropole zusammenhängen“, sagte Koppers. „Nicht nur die Anzahl der Touristen steigt, sondern die Entwicklung dürfte auch zu einem Anstieg importierter Kriminalität geführt haben.“ So nahm auch die Zahl der Taschendiebstähle um 1.936 Fälle auf nun 15.127 Delikte zu, sagte Koppers. Von 524 ermittelten Tatverdächtigen waren rund drei Viertel ohne deutschen Pass. Die meisten Täter kamen aus Rumänien, Bulgarien, Polen und Algerien. Insgesamt erfasste die Polizei 213.008 Diebstahlsdelikte, eine Zunahme von 22.571 Fällen. Dazu gehören neben Einbrüchen etwa Taschen-, Fahrrad-, Auto- und Ladendiebstähle. Damit war fast jedes zweite Verbrechen in Berlin ein Diebstahl. Im Jahresschnitt schlugen Diebe alle zweieinhalb Minuten zu.

Angespannte Personalsituation

Innensenator Henkel sagte, dass Sicherheit keine Frage des Geldbeutels sein dürfe. Deshalb sei es wichtig, dass die Polizei die Bürger künftig kostenlos über den Schutz vor Einbrüchen berät. Bislang ist nur die erste halbe Stunde umsonst. Vertreter von SPD, CDU und Linke befürworteten dies als richtigen Schritt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht die gesunkene Aufklärungsquote als Folge der angespannten Personalsituation. Die für 2012/13 geplanten Personaleinsparungen bei der Polizei würden diesen Negativ-Trend weiter beschleunigen, so GdP-Landeschef Michael Purper.