Kriminalitätsstatistik

Banden aus Osteuropa gehen auf Beutezug in Berlin

In Berlin ist die Zahl der Einbrüche und Diebstähle dramatisch gestiegen. Schuld daran sollen vor allem Banden aus Osteuropa sein

Die Berliner Polizei führt den starken Anstieg bei den Diebstahlsdelikten im vergangenen Jahr unter anderem auf mehr kriminelle Banden aus Osteuropa zurück. Vor allem bei den Wohnungseinbrüchen seien solche Täter verstärkt festgestellt worden, sagte die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. 2011 registrierten die Sicherheitsbehörden laut der jüngsten Kriminalstatistik 11.006 Einbrüche und damit 2293 mehr (+26,3 Prozent) als noch im Jahr 2010.

Die meisten Einbrüche in Wohnungen gab es in den Bezirken Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf. Bei den Einbrüchen in Einfamilienhäuser lagen Zehlendorf, Lichtenrade, Rudow, Mahlsdorf und Lichterfelde vorn.

Polizei spricht von "importierter Kriminalität"

„Der Trend dürfte auch mit der Entwicklung Berlins zu einer immer beliebteren Metropole zusammenhängen“, sagte Koppers. „Nicht nur die Anzahl der Touristen steigt, sondern die Entwicklung dürfte auch zu einem Anstieg „importierter Kriminalität“ geführt haben.“

So nahm auch die Zahl der Taschendiebstähle um 1936 Fälle auf nun 15.127 Delikte zu, sagte Koppers. Von 524 ermittelten Tatverdächtigen waren rund drei Viertel ohne deutschen Pass. Die meisten Täter kamen aus Rumänien, Bulgarien, Polen und Algerien.

Insgesamt erfasste die Polizei 213.008 Diebstahlsdelikte - das ist ein Plus von 22.571 Fällen. Dazu gehören neben Einbrüchen etwa Taschen-, Fahrrad-, Auto- und Ladendiebstähle. Damit war fast jede zweite Tat der insgesamt 494.385 erfassten Verbrechen (+4,1 Prozent) in der Hauptstadt ein Diebstahl. Im Jahresschnitt schlugen Diebe alle zweieinhalb Minuten in Berlin zu.

Innensenator Frank Henkel (CDU) bezeichnete die Entwicklung bei den Einbrüchen als besorgniserregend. „Sicherheit darf keine Frage des Geldbeutels sein“, sagte Henkel. Deshalb sei es wichtig, dass die Polizei die Bürger künftig kostenlos über den Schutz vor Einbrüchen berät. Bislang ist nur die erste halbe Stunde umsonst. Vertreter von SPD, CDU und Linke befürworteten dies als richtigen Schritt.

Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote um 2,3 Punkte auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren von nun 46,1 Prozent. Dies hat nach Koppers Worten auch mit den osteuropäischen Banden zu tun. Denn viele ziehen sich nach ihren Taten in ihre Heimatländer zurück.