Nach Insolvenz

Berlin will Schlecker-Mitarbeitern helfen

Für 350 Berliner Schlecker-Mitarbeiter war Sonnabend letzter Arbeitstag. Viele Filialen waren vorher zu, weil Mitarbeiter resignierten.

Foto: Christian Hahn

Für die rund 350 Beschäftigten der geschlossenen Schlecker-Filialen in Berlin gibt es Hoffnung, von einer Transfergesellschaft aufgefangen zu werden. „Das Land Berlin will sich an einer gemeinsamen Bürgschaft der Bundesländer für eine Transfergesellschaft beteiligen“, erklärte Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos) am Montag. „Denn es bleibt unser Ziel, die Arbeitsmarktchancen der Betroffenen zu stärken.“ In Berlin hatten am Wochenende 85 Filialen der insolventen Drogeriemarkt-Kette Schlecker für immer geschlossen. Damit verliert fast jeder zweite der bislang 756 Schlecker-Angestellten in der Hauptstadt seinen Job.

Bundesweit hoffen 11 000 von Arbeitslosigkeit bedrohte Mitarbeiter der bereits geschlossenen 2200 Schlecker-Läden auf eine Übergangslösung in Form einer Auffanggesellschaft. Wirtschaftsprüfer halten das finanzielle Risiko für die Länder bei einer Kreditbürgschaft für die Transfergesellschaft für „noch vertretbar“.

Baden-Württemberg ist bereit, für die Transfergesellschaft Starthilfe in Form einer Bürgschaft zu geben. Allerdings fordert das Land von den anderen Ländern bis Mittwoch schriftliche Erklärungen, dass sie sich an dem Risiko beteiligen. Die Länder sollen für einen Kredit von 70 Millionen Euro für die Auffanggesellschaft bürgen. Das Stuttgarter Wirtschafts- und Finanzministerium hatte bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Lage Schleckers zu klären.

PwC bewertet die Kreditrisiken als nicht unerheblich, da die Zukunft der Drogeriekette unsicher sei. Eine Rückzahlung der Kredite über Erträge aus dem laufenden Geschäft sei „mit hohen Unsicherheiten verbunden“. Allerdings könnten die Schleckergesellschaften in Spanien und Frankreich verkauft werden.

In dem Gutachten, das der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart vorliegt, wird die Überlebenschance der Drogeriemarktkette Schlecker allgemein äußerst skeptisch gesehen. Es sei nicht gewährleistet, dass sich innerhalb von sechs Monaten ein Investor finde. Auch ein Weiterbetrieb in Eigenregie sei angesichts der vielen unrentablen Läden „sehr herausfordernd“.