Von der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker sind in Berlin 350 Mitarbeiter betroffen. Die Schließung von Filialen werde aber im Gegensatz zum ländlichen Raum zu keinen spürbaren Beeinträchtigungen in der Versorgung führen, sagte Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Die Zahl der Schlecker-Beschäftigten beträgt in Berlin nach Angaben der Senatorin derzeit noch 756. Damit verliert fast jeder zweite Schlecker-Mitarbeiter in der Hauptstadt seinen Job.
In Berlin sollen 85 Filialen geschlossen werden , bundesweit sind 2200 Filialen von der Schließung betroffen. In Berlin sollen 101 Schlecker-Geschäfte erhalten bleiben.
Derzeit laufen Gespräche aller Bundesländer zur gemeinsamen Finanzierung einer Transfergesellschaft. Berlin sei daran beteiligt, Ergebnisse gebe es aber noch nicht, so die Senatorin. Der Senat unterstütze eine Verbundlösung der Länder. Es werde alles daran gesetzt, gute Arbeitsmarktperspektiven für die Gekündigten zu schaffen, versicherte die parteilose Politikerin. Es gebe in Berlin auch offene Stellen im Verkaufs-Bereich.
FDP-Politiker wehren sich gegen Schlecker-Hilfen
Politiker der Regierungskoalition in Berlin haben sich vehement gegen mögliche Schlecker-Hilfen durch die Bundesländer ausgesprochen. „Ein staatliches Eingreifen bei Schlecker ist absolut schädlich, weil es das Vertrauen in unsere marktwirtschaftliche Ordnung zerstört“, sagte FDP-Fraktionsvize Martin Lindner dem „Handelsblatt“ am Donnerstag.
Volker Wissing, ebenfalls Fraktionsvize, sprang seinem Parteifreund bei: „Die Bundesländer sind dabei, Arbeitslose erster und zweiter Klasse und damit ein großes Gerechtigkeitsproblem zu schaffen.“
Auch der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel hält ein Einspringen der Länder für den falschen Weg. „Ich bin absolut gegen Staatshilfen für Schlecker“, sagte er.
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