Gedenkveranstaltungen

Knut-Fans machen zum ersten Todestag mobil

Vor knapp einem Jahr starb Eisbär Knut im Berliner Zoo. Zum Gedenken an den einstigen Publikumsliebling wollen sich am großen Bärengehege wieder zahlreiche Fans versammeln und an Knut erinnern.

Foto: dpa / dpa/DPA

Im Netz läuft schon die Mobilisierung. Wenn sich am Montag der Todestag des beliebten Eisbären Knut zum ersten Mal jährt, wollen viele von dessen Fans zusammenkommen und an ihn erinnern. Und zwar im Rahmen von Gedenkveranstaltungen am Gehege im Berliner Zoo.

Am kommenden Sonntag werden auch Mitglieder des Fördervereins Zoo und Tierpark gemeinsam mit den Knut-Fans an einem Stand nahe dem Eisbärengehege stehen, die neue Knut-Medaille verkaufen und Spenden für den Umbau der Tropenbären-Anlage sammeln.

Nichts hatte am 19. März 2011 auf den plötzlichen Tod den Publikumslieblings hingedeutet. Mehrere Hundert Besucher beobachteten den Eisbären an jenem Sonnabendnachmittag beim Sonnen auf einem Felsen, als er plötzlich aufstand, ein Hinterbein anhob und sich minutenlang im Kreis drehte. Plötzlich zuckte das Tier zusammen und fiel wie gelähmt in das Wasserbecken der Freianlage. Dort blieb Knut regungslos liegen und ertrank.

Bronzeskulptur fast fertig

Die Obduktion im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung ergab später, dass der Auslöser des Anfalls eine schwere Gehirnerkrankung gewesen war. Bereits wenige Tage nach dem Tod kam von Zoo-Besuchern der Vorschlag, Knut ein Denkmal zu setzen. Mehr als 40 Entwürfe wurden bis Dezember 2011 eingereicht, im Januar 2012 entschied sich eine Jury für die Skulptur „Knut – der Träumer“ vom Nürnberger Bildhauer Josef Tabachnyk. Die Bronzeskulptur, die Knut als kleinen Eisbären auf zwei Eisschollen zeigt, soll in den Sommerferien zwischen Eisbärengehege und Fasanerie aufgestellt werden. Das Kunstwerk werde auf Wunsch von Tabachnyk in Nürnberg gegossen, sagte Thomas Ziolko, Chef des Fördervereins Zoo und Tierpark, am Dienstag. Der Künstler habe die Skulptur nahezu vollendet, jetzt könne die Gussform angefertigt werden. Danach werde Tabachnyk mit einer kleinen Ausführung des Denkmals beginnen. Bronze- und Porzellan-Exemplare dieses kleinen Kunstwerks sollen in Berlin gefertigt und zugunsten der Stiftung Hauptstadtzoos verkauft werden, sagte Ziolko. Wann, das stehe noch nicht fest.

Wesentlich länger wird es dauern, bis der präparierte Eisbär zu sehen sein wird. „Auf keinen Fall in diesem Jahr“ , sagte Gesine Steiner, Sprecherin des Museums für Naturkunde Berlin. Seit der Obduktion 2011 bewahrt das Museum das Fell und das Skelett in einer Tiefkühlbox auf. Man werde sich mit dem Phänomen Knut im Rahmen eines Symposiums beschäftigen, kündigte Johannes Vogel an, der neue Generaldirektor des Museums. Eisbär Knut soll zudem Teil einer Ausstellung sein. Doch auch sie wird 2012 nicht mehr realisiert, weil für dieses Jahr die Schau „Elefantenreich“ im Naturkundemuseum geplant ist. „Noch steht nicht fest, wie Knut dargestellt wird – ob aufrecht stehend oder auf allen Vieren“, sagte Sprecherin Gesine Steiner. Das Museum will eine Knut-Dermoplastik anfertigen: Über eine Körperplastik wird das originale Fell gezogen.