Tödlicher Streit

Ermittler rätseln über Rolle von Jussef El-A.

Der in Neukölln erstochene Jussef El-A. war ehrenamtlich als Schlichter in seinem Viertel aktiv. Doch in dem in dem Streit, der schließlich zu seinem Tode führte, war der 18-Jährige anscheinend kein Vermittler, so die Staatsanwaltschaft.

Foto: Steffen Pletl

Der in Neukölln erstochene 18-jährige Jussef El-A. ist Ermittlern zufolge stärker an dem vorausgegangenen Streit beteiligt gewesen als bislang angenommen. „Es gibt Erkenntnisse, wonach das Opfer nicht als Schlichter, sondern durchaus aktiv an dem Geschehen beteiligt war“, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Martin Steltner.

Demnach sei der Jugendliche einer von drei Vertretern einer etwa 20-köpfigen Gruppe gewesen, die mit dem späteren mutmaßlichen Täter sprachen. Bei dem Gespräch vor einem Haus in der Fritzi-Massary-Straße unter der Vermittlung eines unbeteiligten Passanten sei es dann zum Übergriff auf den 34-Jährigen gekommen. Dieser habe sich dann mit einem Messer gewehrt. Inwiefern der 18-Jährige am Angriff genau beteiligt war, sei indes weiter unklar, sagte Steltner.

Nach bisherigen Ermittlungen war es am 4. März zum Streit unter Fußballern gekommen. Der unbeteiligte 34-Jährige soll zu schlichten versucht haben. Er zog aber den Zorn beider Gruppen auf sich und flüchtete in das Haus in der Fritzi-Massary-Straße. Dort versammelten sich bis zu 20 mit Messern, Dolchen und Totschlägern bewaffnete Verfolger und forderten ihn auf, vor die Tür zu kommen.

Die Polizei geht nach gegenwärtigem Erkenntnisstand von Notwehr aus und hat deshalb keinen Haftbefehl gegen den 34-Jährigen erlassen.