Agrarmesse

Grüne Woche wandelt auf Spuren des Alten Fritz

Anlässlich des 300. Geburtstags Friedrich des Großen setzt die 77. Internationale Grüne Woche in Berlin ihren diesjährigen Schwerpunkt auf das Thema "Regionale Küche". Doch auch Freunde exotischer Köstlichkeiten kommen unter dem Funkturm voll auf ihre Kosten.

Foto: REUTERS

Mit einem traditionellen Rrundgang von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat am heutigen Freitag in den Messehallen unter dem Funkturm die 77. Internationale Grüne Woche begonnen. Doch nicht nur auf Deutschlands oberste Verbraucherschützerin und ihren Tross wartete auf dem Charlottenburger Messegelände ein Mammutprogramm. Auch privaten Messebesuchern dürfte es schwerfallen, auf der größten Agrarmesse der Welt Füße und Mägen zu schonen. Auf 115.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in 26 Messehallen bieten 1624 Aussteller aus 59 Ländern ihre Produkte aus Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau an. Wie im Vorjahr rechnet die Messe Berlin mit mehr als 400.000 Gästen, darunter etwa 100.000 Fachbesuchern.

Vor allem die Leckereien aus der ganzen Welt machen die Grüne Woche zur wohl wichtigsten deutschen Verbrauchermesse. Für Freunde exotischer Genüsse ist die Agrarschau ein Dorado. Ob Elkschnaps aus Schweden, Curry-Cake aus Thailand, Bison-Jerky aus Kanada oder Kroko-Burger aus Australien – die Veranstalter versprechen 100.000 Delikatessen aus allen Kontinenten. Offizielles Partnerland der Grünen Woche 2012 ist Rumänien. Unter dem Motto „Erkunde den Karpatischen Garten“ will das Agrarland seine Spezialitäten wie „Karpatischen Bär mit Pilzen“, Wildeintopf oder Käse in Tannenrinde bekannter machen.

Weil die Verbraucher immer bewusster auf die Qualität ihrer Lebensmittel achten, hat die Messe Berlin als Veranstalter ein neues Konzept entwickelt: Die Grüne Woche legt ihre Schwerpunkte nun auf das Thema „Regionale Angebote“ und die Herkunft der Produkte. Auch die deutschen Länder bekommen deshalb in diesem Jahr mehr Raum auf der Grünen Woche. Sie präsentieren sich nicht mehr in einer Halle, sondern zeigen ihre landschaftlichen und kulinarischen Attraktionen erstmals in der „Straße der Bundesländer“ von Halle 20 bis Halle 5.2.b. Zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen in diesem Jahr wandeln nicht nur Berlin und Brandenburg, sondern auch das Bundeslandwirtschaftsministerium an ihren Ständen auf den lukullischen Spuren des Alten Fritz.

Der Publikumsmagnet Blumenhalle will in diesem Jahr zeigen, wie auch die mitunter größten Schandflecken der Stadt verschönert werden können: die Baustellen. Da wird ein 91 Meter breites und acht Meter hohes Baugerüst zur Blütenwand. Bauwagen und Schuttcontainer werden mit Pflanzen und Blüten zum Hingucker. 25.000 Topfpflanzen und mehr als 500 auf den Zeitpunkt genau vorgetriebene Zweige, Bäume und Sträucher waren für die blumige Schaustelle erforderlich. Als aktuellen Bezug haben die Gärtner Nachbildungen von Fassadenelementen des Berliner Stadtschlosses in das Blütenmeer eingebunden. Gleich in mehreren Hallen können auch Hobbygärtner sich darüber informieren, wie man dem grünen Daumen etwas nachhelfen kann.

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Eine besondere Anziehungskraft auf Kinder und Erwachsene üben auf jeder Grünen Woche die Tiere aus. Rund 8000 lebende Tiere sind in den Berliner Messehallen zu sehen. So demonstriert der Erlebnisbauernhof in Halle 3.2. Stadtmenschen, wie Landwirte arbeiten. Die Messhalle25 wurde in einen überdimensionalen Stall verwandelt, in dem Züchter ihre Nutztiere zeigen. In einer Sonderschau in Halle 1.2. sind Heimtiere, vom Reptil bis zum Rassehund, zu sehen.

Doch die Grüne Woche will auch Zukunftsthemen besetzen. Ein Jahr nach der Energiewende setzt sie ihren Fokus auch auf das Thema Bioenergie. So können in Halle 5.2.a Interessierte alles über nachwachsende Rohstoffe erfahren. Die Forstwirtschaft präsentiert ihr „Multitalent Holz“ auf eigener Fläche – in Halle 4.2.

Damit der grünen Messe nicht der Nachwuchs ausgeht, haben die Veranstalter zudem ihr Bildungsangebot für junge Leute erweitert. Neben Führungen und Workshops für Schüler gibt es dieses Jahr mit dem „Temporären Campus“ im ICC erstmals ein Programm über ernährungswissenschaftliche, agrarwirtschaftliche und ökologische Themen für Studenten und Berufseinsteiger.

Grüne Woche 2012 in Berlin: bis zum 29. Januar 2012 auf dem Messegelände unter dem Funkturm in Charlottenburg. Öffnungszeiten: Die Agrarmesse ist täglich von 10 bis 18 Uhr, am 21., 27. und 28. Januar 2012 bis 20 Uhr geöffnet. Anfahrt: U-Bahn-Linie 2 (bis Kaiserdamm oder Theodor-Heuss-Platz), S-Bahn-Linien 41,42, 46 (Bahnhof Messe Nord/ICC) sowie S3 und S75 (Bahnhof Messe Süd). Die 5000 Parkplätze um das Messegelände sind schnell besetzt. Vom Parkplatz am Olympiastadion verkehren kostenlose Shuttlebusse. Eintritt: Die Tageskarte kostet zwölf, für Schüler und Studenten ermäßigt acht Euro. Happy-Hour-Karten, ab 14 Uhr, acht Euro. Familientickets (zwei Erwachsene und maximal drei Kinder bis 14 Jahre) kosten 26 Euro. Kinder bis zu sechs Jahren haben freien Eintritt.

Programm und Anmeldungen im Internet unter: www.gruenewoche.de