Ausflugsziel

Neues Jahr auf dem Müggelturm begrüßen

Am Silvestertag vor 50 Jahren wurde der Müggelturm in Treptow-Köpenick eröffnet. Auch wenn die Zukunft des berühmten Ausflugsziels ungewiss ist, wird heute gefeiert. Und jeder ist willkommen.

Foto: Glanze

Mit 50 Jahren eine ungewisse Zukunft – das wünscht man niemandem. Dem Müggelturm in Köpenick geht es so. Am 31. Dezember 1961 wurde das berühmte Ausflugsziel im Berliner Südosten bei der Silvesterfeier wiedereröffnet. Es war als Turm aus Beton, Stahl und Glas neu errichtet worden, weil der hölzerne Vorgängerbau 1958 abgebrannt war. Doch das Grundstück mit dem Turm und den einst viel besuchten Restaurants verkommt seit Jahren. Dennoch gibt es auch zum 50. Geburtstag eine kleine Silvesterfeier.

Andras Milak, der seit 15 Jahren einen Kiosk am Fuße des Turms betreibt, wird noch vor Mitternacht die Tür öffnen. Wer will, kann mit Sekt oder Glühwein auf das neue Jahr anstoßen und den Blick von der Plattform genießen. Was das Jahr 2012 für den 29 Meter hohen Turm bringt, ist offen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Ein neuer Interessent möchte die Immobilie übernehmen. Er hat sein Konzept bereits im Bezirksamt vorgestellt.

Der jüngste Versuch, das Grundstück zu verkaufen, ist gescheitert. Der Krefelder Unternehmer, der es Ende 2007 für 250.000 Euro erwarb, hat seine Zusagen nicht eingehalten. Deshalb soll er es wieder zurückgegeben. „Der Liegenschaftsfonds bereitet eine Klage vor“, sagte Sprecherin Anette Mischler.

Man wolle damit erreichen, dass der Name des Krefelders wieder aus dem Grundbuch gelöscht wird. Im November hatte der Fonds den Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt. Aber der Käufer teilte mit, dass er dem nicht zustimme. Er wollte das Areal zur Location für Events und Partys entwickeln. Doch seit dem Verkauf hat sich fast nichts auf dem Grundstück getan. Obwohl der Kaufvertrag die Verpflichtung enthält, dass der Investor bis Ende 2010 einen Bauantrag beim Bezirksamt Treptow-Köpenick stellen sollte. Zwar trafen mehrmals Unterlagen bei der Behörde ein, doch die Papiere waren nach Auskunft von Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD) jedes Mal unvollständig. Auch die Fristverlängerung, die dem Krefelder gewährt wurde, verstrich, ohne dass er einen vollständigen Antrag abgab. Die BVV Treptow-Köpenick forderte schließlich, dass das Geschäft rückabgewickelt werden solle.

Erst wenn das gelungen ist, kann der neue Interessent zum Zuge kommen. Wenn das Müggelturm-Grundstück wieder beim Liegenschaftsfonds ist, werde sich der Steuerungsausschuss mit den Plänen des neuen Köpenicker Bewerbers beschäftigen, sagte Fondssprecherin Anette Mischler. Einzelheiten wolle man noch nicht nennen.

Es ist nicht der erste Verkaufsversuch, der gescheitert ist. Der Berliner Liegenschaftsfonds und das Bezirksamt Treptow-Köpenick bemühen sich seit Jahren um Investoren. Mehrere Ausschreibungen des Areals waren erfolglos. Teilweise waren die Anforderungen an die Interessenten zu hoch, dann wieder scheiterten die Verhandlungen mit dem Bewerber, der den Zuschlag bekommen hatte. Es sind schwierige Bedingungen, die die Investoren vorfinden. Das 6000 Quadratmeter große Grundstück liegt am Berg und ist abgelegen. Weil es sich in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, sind Bauprojekte wie zum Beispiel ein Hotelneubau nur in begrenztem Umfang möglich. Der Turm steht unter Denkmalschutz. Die Leitungen für Strom und Wasser im Untergrund sind jahrzehntealt und müssen erneuert werden.

Kioskbetreiber Andras Milak will dem Turm weiter die Treue halten. Der Ungar zahlt 500 Euro Pacht monatlich. „Egal, was wird, ich bleibe hier“, sagt er. Er öffnet den Turm auch im neuen Jahr täglich von 10 bis 17 Uhr für Besucher. Der Eintritt kostet einen Euro.