Verdacht auf Totschlag

Frau erwürgt - Berliner nach Bautzen gebracht

Nach einer europaweiten Fahndung hat sich der 33-jährige Alexander M. bei der Polizei in Berlin gemeldet. Seit Sonntag war er auf der Flucht, nachdem er seine Ex-Freundin erwürgt haben soll.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Am Ende war der Druck offenbar zu groß. Der per Haftbefehl europaweit gesuchte Alexander M. hat sich am Donnerstagmorgen auf einem Revier in Kaulsdorf der Polizei gestellt. Der 33-jährige Berliner wird verdächtigt, am vergangenen Sonntag seine 25 Jahre alte Ex-Freundin Stephanie L. in Bautzen erwürgt zu haben. Mit der Festnahme hat die spektakuläre Flucht von Alexander M. ein Ende, der noch am Sonntagabend der Polizei an einer Straßensperre in Brandenburg entkommen konnte.

Nach Angaben eines Polizeisprechers in Görlitz hat sich der mutmaßliche Täter gegen 7 Uhr morgens auf der Wache an der Heinrich-Grüber-Straße in Begleitung seiner Eltern gestellt. Ermittler vermuten, dass diese den mutmaßlichen Täter dazu überredet haben. Alexander M. wurde festgenommen. Am Nachmittag sollte er dann nach Bautzen gebracht und einem Haftrichter vorgeführt werden. Anschließend werde er vernommen, so der Polizeisprecher weiter.

Die Staatsanwaltschaft in Bautzen ermittelt wegen des Verdachts auf Totschlag. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll Alexander M. am Sonntagabend seine Ex-Freundin in ihrer Wohnung in Bautzen getötet haben. Laut Obduktionsergebnis wurde sie mit bloßen Händen erwürgt. Anschließend flüchtete M. in einem VW Bora Richtung Brandenburg. Die gemeinsame 18 Monate alte Tochter Leona, die bei Stephanie L. lebte, nahm er mit. Während der Fahrt rief er dann eine Freundin an und gestand ihr die Tat. Diese informierte daraufhin die Berliner Polizei. Kurze Zeit später fanden sächsische Polizisten die Leiche von Stephanie L. in der Wohnung an der Rosenstraße. Auf der A13 konnte der VW von Alexander M. schließlich geortet werden. An der Raststätte Berstetal bei Lübben (Spreewald) errichtete die Polizei eine Straßensperre und konnte den Verdächtigen stellen. Alexander M. gelang es jedoch, aus dem Auto zu springen und zu flüchten. Seine kleine Tochter ließ er im Wagen zurück. Die Beamten brachten das Kind in Sicherheit und ließen die Umgebung mit mehreren Dutzend Polizisten und Spürhunden absuchen – jedoch ohne Erfolg. Zwei Tage später veröffentlichte die Polizei ein Fahndungsfoto von Alexander M., mehrere Hinweise gingen ein. Wie es der mutmaßliche Täter nach Berlin geschafft hat, ist derzeit noch unklar.

Die Staatsanwaltschaft in Bautzen vermutet, dass Alexander M. seine Ex-Freundin möglicherweise aus Eifersucht getötet hat. Zudem sei ein Streit um das gemeinsame Kind denkbar, sagte ein Sprecher. Stephanie L. soll sich von Alexander M. vor kurzem getrennt und einen neuen Freund gehabt haben. Offenbar war das zu viel für ihn.

Der gebürtige Berliner ist bereits bei der Polizei bekannt. 2002 soll er seine damalige Freundin, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, in deren Wohnung in Prenzlauer Berg vergewaltigt haben. Das Landgericht Berlin verurteilte ihn 2003 wegen Vergewaltigung und Körperverletzung zu vier Jahren Haft. Im Jahr 2007 kam er schließlich frei.