Fahndung

Berliner hat Freundin wohl aus Eifersucht erwürgt

Ein 33-jähriger Berliner soll in Bautzen seine Freundin aus Eifersucht erwürgt haben und dann mit der gemeinsamen 18 Monate alten Tochter nach Brandenburg geflüchtet sein. Das Kind ist inzwischen in Sicherheit, der Tatverdächtige allerdings weiter auf der Flucht. Er wird mit Hubschraubern, Hunden und einem Fahndungsfoto gesucht.

Die bei einem Familiendrama in Bautzen getötete Frau ist wohl aus Eifersucht erwürgt worden. Der tatverdächtige Ex-Freund aus Berlin war am Dienstag weiter auf der Flucht. Er sei dringend verdächtig, die Frau am Sonntagabend in ihrer Bautzener Wohnung getötet zu haben.

Erste Befragungen im Umfeld des Opfers hätten ergeben, dass die 25-Jährige vermutlich einen neuen Freund hatte, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bautzen, Christopher Gerhardi, am Dienstag. „Das wahre Motiv ist nur dem Täter selbst bekannt“, schränkte er jedoch ein. Dringend tatverdächtig sei ein 33 Jahre alter Mann, der die Mutter des gemeinsamen Kindes am Sonntagabend mit bloßen Händen erwürgt haben soll.

Das habe die Obduktion der Leiche inzwischen ergeben. Nach dem mutmaßlichen Täter wird mit einem Haftbefehl gesucht. Die Polizei hat eine europaweite Fahndung eingeleitet, unter anderem auch mit einem Bild vom Tatverdächtigen Alexander Moschkau.

Das Gewaltverbrechen geschah in der Wohnung der Frau. Die Spur des Mannes verlor sich wenige Stunden danach auf der Autobahn 13 in Brandenburg. Die Polizei wollte den 33-Jährigen in der Nacht zum Montag an einer Raststätte festnehmen. Der Zugriff misslang allerdings, wie der Bautzener Staatsanwalt sagte. Der Mann flüchtete zu Fuß. Die 18 Monate alte Tochter des Paares konnte unversehrt aus dem Auto gerettet werden. Sie sei in die Obhut der Behörden übergeben worden, es gehe ihr gut. „Das Kind ist in Sicherheit, wird betreut und abgeschirmt“, sagte Gerhardi.

Auf die Spur des Verbrechens kamen die Ermittler durch den Tatverdächtigen selbst. Dieser habe die Tat in einem Anruf bei einer Bekannten aus Berlin gestanden, als er bereits mit dem Kind im Auto auf der Flucht war – in Richtung Hauptstadt. Die Frau habe daraufhin die Berliner Polizei alarmiert, anschließend wurden die Beamten in Sachsen und Brandenburg eingeschaltet.

Bei der Suche nach dem Verdächtigen werden nach Angaben der Cottbusser Polizei Einsatzkräfte von Bereitschaftspolizei und Landeskriminalamt sowie Hubschrauber und Hunde eingesetzt. Gesucht werden zudem Zeugen, die M. seit Sonntagabend gesehen haben oder im Bereich des Rastplatzes beziehungsweise im Raum Lübben Anhalter mitgenommen haben. Auch werde das Umfeld des Gesuchten und der Getöteten befragt. Zum Tathergang machte der Görlitzer Polizeisprecher aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben. Die Ergebnisse der Obduktion lägen zudem noch nicht vor.

Alexander M. ist nach Angaben des Bautzener Staatsanwalts Christopher Gerhardi mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Vergewaltigung. Er habe eine vierjährige Haftstrafe abgesessen. Medienberichte, dass M. schon in der Vergangenheit gegenüber seiner 25 Jahre alten Freundin gewalttätig geworden sei, bestätigte Gerhardi nicht, er schloss aber nicht aus, dass es Anzeigen gegeben habe.