BVG

Bauarbeiten an U2 endlich abgeschlossen

Seit 2009 wurde die Berliner Linie U2 saniert. Jetzt ist auch die Mittelpromenade fertig. Der "Magistratsschirm" wurde nach historischem Vorbild für zwei Millionen Euro gestaltet.

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Nach mehr als zweieinhalb Jahren Bauzeit haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) jetzt die Viaduktsanierung der Hochbahn in Prenzlauer Berg abgeschlossen. Als letzter Schritt des 80-Millionen-Euro-Projekts wurde in den vergangenen Monaten die 1,7 Kilometer lange Mittelpromenade nach historischem Vorbild gestaltet. Allein dafür investierte die BVG nach Angaben der Vorstandschefin Sigrid Nikutta zwei Millionen Euro.

Dafür können die Berliner nun erstmals seit Jahren wieder unter dem „Magistratsschirm“, wie die Hochbahntrasse genannt wird, flanieren. Neu errichtet wurden zudem mehrere kleine Kioske und Imbiss-Stände unterhalb der U-Bahnhöfe Eberswalder Straße und Schönhauser Allee sowie insgesamt 350 neue Fahrradständer. Auch die Bäume, die für die Bauarbeiten am Nordabschnitt der Linie U2 (Pankow–Ruhleben) gefällt werden mussten, hat die BVG inzwischen durch 80 frische Säulen-Hainbuchen ersetzt.

Das imposante Stahlbauwerk – zwischen 1910 und 1930 errichtet – war zuvor seit Pfingsten 2009 in zwei Abschnitten erstmals komplett saniert worden. Unter anderem wurden dabei mehr als 2100 sogenannte Buckelbleche, in denen der Schotter des Gleisbetts liegt, ausgetauscht, eine halbe Million Nieten durch Spezialschrauben ersetzt, sechs Kilometer neue Schienen verlegt und mehr als 85.000 Quadratmeter Rostschutz aufgetragen.

Seit einem Jahr schon glänzt die komplett unter Denkmalschutz stehende Anlage in frischem Grün. Im Frühjahr 2011 begannen die Arbeiten an der Promenade. Und auch dort legten Planer und Baufachleute großen Wert auf die Details. Das kleinteilige Pflaster – zwei Millionen Steine, verlegt auf 7400 Quadratmetern – zählt ebenso zu den Besonderheiten wie die eigens entworfenen, historischen Vorbildern nachempfundenen Lampen unter dem Viadukt. Erstmals sind nicht nur die Bahnhofsbereiche abends und nachts beleuchtet, sondern die gesamte Promenade. Selbst die sogenannten Drängelgitter, die verhindern sollen, dass Passanten unbedacht auf die Straße und die benachbarten Tramgleise laufen, sind Spezialanfertigungen. „Wir wollten keine Nullachtfünfzehn-Gitter“, sagt U-Bahn-Bauchef Uwe Kutscher. Denn jene hätten sich kaum in den architektonischen Charakter der gesamten Hochbahnanlage integrieren lassen.

Schon vor einem Jahr hatte der Verein „Denk mal an Berlin“ die Viaduktsanierung als „besonders geglückt“ gewürdigt. Es sei gelungen, ein „stadtbildprägendes technisches Denkmal vorbildlich zu restaurieren“. BVG-Projektleiter Reinhard Sept sagte es am Dienstag mit einfacheren Worten: „Ich bin seit 1977 bei der U-Bahn, aber das hier ist mein schönstes Projekt".