Rot-Schwarz

Und das wird von den neuen Senatoren erwartet

Verbände, Unternehmen und Hochschulen aus der Hauptstadt stellen hohe Erwartungen an die neuen Berliner Senatoren für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Bildung.

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Der Vorstand der Berliner Wasserbetriebe freut sich nach Angaben von Sprecher Stephan Natz auf die Zusammenarbeit mit der neuen Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos). Mit den anderen drei Senatoren, mit denen die Wasserbetriebe zu tun habe, kooperiere das Unternehmen bereits seit Jahren. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) sei bereits Aufsichtsrat der Berlinwasser Holding AG und Stadtentwicklungssenator Michael Müller kenne das Unternehmen aus seiner Zeit als SPD-Fraktionschef sehr gut, sagte Natz am Dienstag. Mit Mario Czaja habe man im Zusammenhang mit dem Straßenausbaubeitragsgesetz einen engen Austausch gepflegt.

Der Verband der Freien Berufe hofft, dass die parteilose Wirtschaftssenatorin der Bildung und Ausbildung einen größeren Stellenwert beimisst als bisher. „Die Bildung bekommt in der Berliner Wirtschaftspolitik jetzt hoffentlich endlich mehr Gewicht“, sagte Claudia Frank, Präsidentin des Verbandes. Zu lange habe das Thema eine untergeordnete Rolle gespielt. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass Frau von Obernitz hier neue Prioritäten setzt“, sagte Frank.

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) setzt darauf, dass der neue Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) seine langjährige politische Erfahrung einsetzt, die offenen Fragen in der Stadtentwicklung zu beantworten. „Die Aufgaben, die bei der Stadtentwicklung vor Berlin liegen, sind enorm“, sagte die BBU-Chefin Maren Kern. Mit Müller bekomme Berlin einen politisch sehr erfahrenen Stadtentwicklungssenator. Vor allem bei den Themen Wohnungsbau, Infrastruktur, Entwicklung großer Flächen in Tegel und Tempelhof, des Großflughafens BER und soziale Integration stehen nach Überzeugung des BBU wichtige Entscheidungen an. „Um hier zu nachhaltigen Ergebnissen zu kommen, werden wir in Berlin jetzt alle Kräfte brauchen.“

Die Vereinigung der Berliner Oberstudienräte (VOB) befürchtet dagegen für Bildungssenatorin Sandra Scheeres einen schweren Start. Der Verzicht von Rot-Schwarz auf die Verbeamtung von Lehrern sei eine Hypothek für Scheeres. „Große Schwierigkeiten bei der Gewinnung qualifizierter Lehrer werden die Arbeit des kommenden Schuljahres kennzeichnen“, sagte der Vorsitzende des Verbandes Ralf Treptow.