Zoofenster

Das Waldorf Astoria sucht 150 neue Mitarbeiter

Zum Arbeiten in die Präsidentensuite: Vom Pagen bis zur Barfrau - das zukünftige Luxushotel am Bahnhof Zoo braucht noch dringend Personal, bis es im nächsten Frühjahr eröffnet.

Foto: Massimo Rodari

Die Aussicht ist überwältigend. Friedrich Niemann steht im 31. Stockwerk des „Zoofensters“, in der künftigen Präsidentensuite des „Waldorf Astoria“ am Zoo. Niemann ist der General Manager des Edelhotels. Kurz blickt er über die Skyline Berlins. Doch er hat nur wenig Zeit, das Panorama zu genießen. Mit kritischem Blick prüft er, ob Teppiche, Paneele und Kabel richtig verlegt sind. Natürlich gibt es dafür Fachleute auf der Baustelle. Aber als General Manager der Fünf-Sterne-Residenz will er sich selbst einen Eindruck vom Fortschritt auf der Baustelle verschaffen. Immerhin werden in der Suite künftig Präsidenten und Showstars wohnen. Da soll alles stimmen, entsprechend hoch ist der Anspruch. Um ihn einzulösen, werden für das Premiumhotel nun 150 Mitarbeiter gesucht – vom Concierge über den Hotelpagen bis zum Barmann. Berliner, die jemanden kennen, von dem sie glauben, dass er sich gut in die Hotelcrew einbringen könnte, können sich dort melden.

Einige Spitzenjobs in dem Hotel sind bereits vergeben, so etwa die des Topmanagements rund um Friedrich Niemann und des Chefkoches. Der Belgier Roel Lintermans wird Küchenchef des Les Solistes by Pierre Gagnaire, dem Gourmetrestaurant des „Waldorf Astoria“ Berlin. Bereits seit 2008 dirigiert der Belgier Gagnaires Sterne-Restaurant „Sketch“ in London – eine Topadresse für Gourmets.

Angesichts der Personalsuche und des noch nicht beendeten Innenausbaus des Hotels hat Friedrich Niemann viel zu tun. Wenn man ihn trifft, sichtet er meist Unterlagen, checkt auf seinem Tablet-Rechner oder Handy Emails. Ein Powerjob ohne 40-Stunden-Wochenarbeitszeitlimit. An seiner Begeisterung für Berlin hat dies nichts ändern können. „Berlin hat sich seit dem Mauerfall sensationell verändert. Nicht nur dass wie am Potsdamer Platz gänzlich neue Stadtquartiere aus dem Boden gewachsen sind. Auch der Geist in Berlin ist heute ein anderer. Im alten Westteil der Stadt war manches behäbiger und ein klein wenig angestaubt im Vergleich zu der neuen Mitte oder den In-Vierteln östlich des Brandenburger Tores“, sagt Niemann. Die Stadt habe gelernt, in die Zukunft zu blicken, um Berlin sei es aus touristischer und kultureller Hinsicht gut bestellt, sagt Niemann. Nur die erzielbaren Zimmerpreise in Berliner Hotels könnten besser sein. „Das bleibt sicher noch länger ein Thema.“.

Dass das „Waldorf Astoria“ in einer Nachbarschaft angesiedelt ist, die an einigen Ecken zu wünschen übrig lässt, irritiert Niemann nicht, er blickt in die Zukunft. „Im Zyklus von zehn Jahren verändern sich Stadtbilder.“ Die Umgebung rings um den Bahnhof Zoo werde sich verändern, und mit dem neben dem Hotel geplanten Atlas-Tower sowie dem bald sanierten Bikinigebäude entstünden „attraktive Nachbargebäude“. „Wenn dann noch die Gedächtniskirche wieder abgerüstet ist und der Zoopalast wieder Premierenkino wird, wird die Umgebung kaum wieder zu erkennen sein“, sagt Niemann. Vergessen die Zeit, als der Bahnhof Zoo ein Synonym für Stadtstreicher und Straßenstrich war.

Neben dem „Waldorf“ sind ein „A&O“-Hostel, ein Beate Uhse-Sex-Kaufhaus und ein Dönerladen untergebracht. Niemann hat kein Problem mit dem noch etwas rauhen Image der Nachbarschaft. „Das ist eine interessante Mischung“, sagt er in einer moderat temperierten Sprache, die das Ausgleichende sucht. Es ist die Sprache der Hoteliers. Die selbst bei noch so aufgebrachten Gästen nicht die Geduld verlieren dürfen. Niemann hat den Beruf von der Pieke auf gelernt, wie der Berliner sagt. Den Anfang bildete die Ausbildung zum Hotelkaufmann in Hannover Anfang der 80er-Jahre. Es folgte ein Betriebswirtschaftsstudium. Zu Beginn der 90er-Jahre weilte Niemann bereits einige Jahre in Berlin, als Verkaufs- und Marketingdirektor im „Kempinski“ am Kudamm, das vom künftigen „Waldorf Astoria“ nur wenige hundert Meter entfernt ist.

Von außen ist das mit hellem Sandstein und großen Fensterfronten in den oberen Stockwerken entworfene Premiumhotel bereits zu einer neuen Sehenswürdigkeit in der City West geworden. Mit 118 Metern ist es das höchste Haus in der City West.

Auf der letzten Station vor dem „Waldorf Astoria“ leitete Friedrich Niemann fünf Jahre als General Manager das „Athénée Palace Hilton“ in Bukarest. Ein Lebenslauf der in seiner Wechselhaftigkeit der Orte und Funktionen typisch ist für Mitarbeiter des Hotelgewerbes. „Wir sind moderne Nomaden“, sagt Niemann. Dass er nun eines der ersten Häuser am Platz leiten wird, verleitet ihn nicht zu großen Sprüchen. „Spannend“ sei die Aufgabe, das Hotel zu leiten, das durch sein New Yorker Stammhaus „schon als Marke bekannt war, bevor es Marken gab“.

Wie lange wird Niemann im „Waldorf Astoria“ arbeiten? „Das ist Engagement ist mittel- bis langfristig angelegt“, sagt er und blickt in den Himmel über Berlin.

Jobs Karrierechancen

Berufsbilder: Das erste Haus der Luxusmarke in Deutschland sucht ambitionierte Mitarbeiter. In den kommenden Wochen werden rund 150 Stellen für die Bereiche Rezeption, Gästebetreuung, den Concierge sowie Restaurant und Bar, Spa, Stewarding, Informationsdienst, Reinigung, Parking, Küche und Einkauf besetzt. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 9. Dezember 2011.

Wer einen besonders geeigneten jungen Menschen kennt, kann ihn oder sie auch vorschlagen – und dabei ein Wochenende in New York gewinnen. Auch hier sind die Bewerbungsunterlagen innerhalb der genannten Frist einzureichen, ergänzt durch eine überzeugende Begründung, warum die vorgeschlagene Person für diese Stelle geeignet ist. Den Ausgewählten bietet sich eine spannende Karriere in den Häusern der weltberühmten Hotelmarke.

Kontakt: Eine „Career Path“-Website hilft, die persönliche Zukunft in dem Hotelunternehmen zu planen. Mehr Infos unter www.hotelcareer.de. Bewerbungen an Berwa_hrd@waldorfastoria.com.