Berlin beginnt wieder zu leuchten. Als eine der ersten Geschäftsstraßen schaltet die Friedrichstraße am Montagabend ihre Weihnachtsbeleuchtung ein. Am Dienstag folgen der Kurfürstendamm und die Tauentzienstraße, am Freitag die Straße Unter den Linden. Spätestens zum ersten Advent sind die meisten Einkaufsstraßen weihnachtlich illuminiert. Allein 25 Straßenzüge wird der Lichtdesigner Andreas Boehlke mit Beleuchtungselementen und Lichterketten ausstatten. „Es wird mindestens so festlich wie im vergangenen Jahr“, sagt Boehlke. Einige Überraschungen wird es aber auch geben.
Dass die Einkaufsstraßen in der Weihnachtszeit festlich beleuchtet sind, ist nicht selbstverständlich. Vor zwei Jahren zum Beispiel lagen die Friedrichstraße und die Steglitzer Schloßstraße im Halbdunkeln. Bei den einen lag das an der Wirtschaftskrise, bei den anderen waren Sponsoren abgesprungen. In beiden Fällen wurde nur eine Sparvariante in der Weihnachtszeit eingeschaltet. In diesem Jahr haben die Geschäftsleute den Kraftakt – meist mit Unterstützung von Förderern – wieder geschafft.
• Es ist bereits Brauch, am Montag nach Totensonntag die Weihnachtsbeleuchtung in Straßen und Geschäften einzuschalten. Daran orientieren sich die Gewerbetreibenden in der Friedrichstraße. „Die Friedrichstraße ist die einzige größere Straße, die die Weihnachtsbeleuchtung ohne Beteiligung von Sponsoren und der Stadt finanziert“, sagt Mateusz Hartwich, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Händler. Er beziffert die Kosten auf einen mittleren fünfstelligen Betrag, den vor allem die Geschäftsleute aufbringen. In diesem Jahr wird die Friedrichstraße auch nördlich der Kreuzung Unter den Linden mit zusätzlichen Lichterketten überspannt sein.
• Am Dienstag ist es in der City West so weit: Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Daniel Wall drücken um 18 Uhr auf dem Joachimstaler Platz gemeinsam auf den Startknopf, damit sich Kurfürstendamm und Tauentzien in ein weihnachtliches Lichtermeer verwandeln. Entlang des Prachtboulevards werden rund 650 Bäume leuchten, außerdem zahlreiche Rentiere, riesige Weihnachtsmänner und Nussknacker sowie ein großer Buddy-Bär. Nicht nur die Berliner freuen sich jedes Jahr über die imposante Schau. Die Wall AG, die die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Kurfürstendamm bereits seit dem Jahr 2004 sponsert, erhält Dankesbriefe aus aller Welt, sogar aus Japan. Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG, hat das Projekt längst zur Chefsache gemacht. Bereits im Sommer wurde mit den Vorbereitungen begonnen. „Wir entscheiden über jedes einzelne Lichtelement, das zum Einsatz kommen soll. Rund 35 Kilometer Kabel müssen bis zum Starttermin verlegt werden, damit alle Lichtelemente angeschlossen werden können.“ Pro Baum werden rund 200 bis 300 Meter Lichterketten benötigt. Die Festbeleuchtung lässt sich das Unternehmen jedes Jahr nach eigener Auskunft rund 500.000 Euro kosten.
• Neben dem Kurfürstendamm sorgt die Wall AG auch in der Kant-, Uhland-, Fasanen-, Grolman- und Reichsstraße für stimmungsvollen Lichterglanz. Seit Beginn des Engagements arbeitet das Unternehmen mit Andreas Boehlke zusammen. Service-Teams beider Firmen sorgen dafür, dass der Lichterglanz sieben Wochen lang zwischen 16 und 24 Uhr ohne Unterbrechung funktioniert. Das Lichtermeer kann bis zum 6. Januar erlebt werden.
• In der Straße Unter den Linden sorgt in diesem Jahr wieder Vattenfall für den stimmungsvollen Lichtschmuck. Am Freitagabend gehen Tausende kleiner Lämpchen an 270 Linden an. Insgesamt 80 Kilometer an Lichterketten hat das Energieunternehmen vom Brandenburger Tor bis zum Reiterdenkmal verlegt. Zu den Kosten sagte Vattenfall-Sprecherin Barbara Meifert: „Die Weihnachtsbeleuchtung ist ein Geschenk an die Berliner.“ Bis zum 1. Januar wird die Flaniermeile täglich bis 22 Uhr und am Wochenende bis 23 Uhr illuminiert sein.
• Auch an der Steglitzer Schloßstraße dürfen sich Passanten wieder über eine festliche Beleuchtung erfreuen. Ein erstes Probeleuchten mit bläulich schimmernden Bäumen gab es bereits am Sonnabend zur langen Nacht des Shoppings in der Straße. Zum ersten Advent wird der weihnachtliche Lichtschmuck offiziell eingeschaltet. Die Kosten in Höhe von mehr als 50.000 Euro werden von den großen Einzelhändlern, vom Verein „Schloßstraße hat es“ und über Spenden aufgebracht, sagte Thomas Stoyke, Centermanager im Einkaufszentrum „Das Schloss“ und Mitglied im Schloßstraßen-Verein. Auch in Steglitz wird Lichtdesigner Andreas Boehlke dafür sorgen, dass vom Hermann-Ehlers-Platz bis zum Walther-Schreiber-Platz die Bäume und auch die Tiburtiusbrücke hell beleuchtet sind.



