ADAC-Studie

Berlins Taxifahrer gehören zu den Besten

In einem europaweiten Test des ADAC in 22 Städten haben die Berliner Taxifahrer mit dem fünften Platz erfreulich gut abgeschnitten. Nachholbedarf gibt es jedoch bei der Verständigung auf Englisch - diese gelang nur bei jedem zweiten Taxi.

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Berliner Taxis zählen zu den besten Europas. Zu diesem Ergebnis kommt der ADAC in einem europaweiten Test, dessen Ergebnisse am Donnerstag vorgestellt wurden. Unter 22 Großstädten kommt Berlin auf Platz fünf, im deutschen Vergleich auf Platz drei hinter München und Köln. Den besten Taxiservice fanden die Prüfer in Barcelona. Schlusslicht ist die slowenische Hauptstadt Ljubljana. Als Geschäftsleute getarnt, hatten die Tester in den Städten jeweils zehn vergleichbare Fahrten unternommen und in den Kategorien Fahrer, Fahrzeug und Routentreue – gemeint ist der kürzeste Weg zwischen Start und Ziel – bewertet. Gesamtnote für Berlin: gut.

Angesichts des schlechten Rufs, den die Branche in Berlin genießt, ist das Ergebnis für die Gewerbeverbände umso erfreulicher. „Der ADAC-Test zeigt, dass wir besser sind als unser Image“, sagt Detlef Platte, Vorstandsmitglied des Taxi-Verbandes Berlin-Brandenburg (TVB). Doch auch aus seiner Sicht gibt es keinen Grund, sich auf dem Ergebnis auszuruhen. „Leider haben wir immer noch viele schwarze Schafe in der Branche“, sagt Platte. Als Beispiele nennt er Fahrer, die den Kunden keine Koffer tragen, die gar keine oder unvollständige Quittungen ausstellen oder schlicht schwarz arbeiten. Leider häufen sich diese Probleme aus Sicht des TVB vor allem dort, wo viele Touristen ankommen – am Flughafen Tegel. „Der Service ist unser Hauptproblem, daran müssen wir arbeiten“, sagt Platte.

Zu diesem Ergebnis kamen auch die ADAC-Tester. Zwar bewerteten sie die Berliner Taxifahrer ohne Ausnahme als gepflegt, freundlich und hilfsbereit, auch wurden alle Fahrten korrekt abgerechnet und konnten auf Wunsch meist mit Kreditkarte bezahlt werden. Mängel beim Service gab es aber trotzdem. So war nur in jedem zweiten Taxi eine Verständigung in Englisch möglich. Ebenfalls 50 Prozent aller Quittungen waren falsch ausgestellt. „Getrübt wurde der gute Eindruck der Berliner aber besonders von einem Kollegen, der auf der Autobahn mit riskanten Manövern fast einen Unfall baute“, schreibt der ADAC.

Mit der Bestnote bewerteten die Tester in Berlin hingegen die Routentreue der Fahrer. Nur in einem Fall leistete sich ein Fahrer einen geringfügigen Umweg. In Hamburg erlebten die ADAC-Prüfer, dass es auch anders geht. Ein Fahrer fuhr eine doppelt so weite Strecke wie nötig, reagierte auch nicht auf Hinweise zu dem Umweg und berechnete den vollen Preis.